Genthin l Der Busbahnhof an der Geschwister-Scholl-Straße, dessen Fahrbahnen und Gehwegbereiche im Zuge des innerörtlichen Ausbaus der Bundesstraße erneuert wurden, erhält im kommenden Jahr seinen „letzten Schliff“. So werden im Haltestellenbereich des Öffentlichen Personenverkehrs (ÖPNV) insgesamt vier Wartehäuschen, jeweils an den Bussteigen, aufgebaut. Über die Zahl dieser Wartehäuschen hatte sich die Stadt mit dem PNV abgestimmt. Sie sollen Abmaße von etwa vier mal fünf Metern haben.

Am Geld soll das Vorhaben trotz eines derzeit nicht bestätigten Haushaltes nicht scheitern. Insgesamt 170 000 Euro hatte die Stadt bereits im vergangenen Jahr in den Haushalt eingestellt. Bestimmt ist das Geld für den Abriss der alten, 2010 mit Graffitis verschönten Überdachung sowie für Ausstattungen.

Bau- und Vergabeausschuss hat letztes Wort

Das letzte Wort darüber, welcher Typ Wartehäuschen an der Bushaltstelle Einzug halten wird, hatte am Montagabend der Bau- und Vergabeauschuss.

Die Angebote von insgesamt vier Firmen standen dabei zur Auswahl, die sich finanziell alle im vorgegebenen Budget bewegten.

Variante erfordert Mut

Die Würfel fielen letztlich in seltener Einigkeit zugunsten einer Firma aus Österreich. Diese Variante war auch der Favorit der Verwaltung. „Die Gestaltungsvariante verlange vielleicht etwas Mut ab“, merkte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian bei der Vorstellung dieses Bushalthäuschens an, das mit herkömmlichen Modellen nur noch wenig gemein hat.

Die Station des österreichischen Herstellers bildet in sich ein autarkes, sich selbst versorgendes System.

Lademöglichkeiten für E-Bikes

Ausgestattet ist es mit einer Solaranlage und bietet Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie Tablets oder Mobiltelefone.

Möglich ist in diesen Wartehäuschen auch die Einrichtung von W-LAN Hotspots. Die Wartehäuschen können zudem mit beleuchtete Werbeflächen ausgestattet werden, aus deren Vermietung die Stadt wiederum Einnahmen erzielen kann. Dieses Variante weise einen hohen und zeitgemäßen Standard aus, erklärte die Fachbereichsleiterin.

Angst vor Zerstörung

Bei den Modellen der anderen Anbieter müssten, führte sie als Beispiel an, für eine gewünschte Beleuchtung zusätzlich Leitungen verlegt werden.

Udo Krause (SPD) zweifelte, ob Genthin „reif sei“ für solche Anlagen. Er befürchtet, dass die Bushaltehäuschen Zielscheibe von Zerstörungswut und Vandalismus werden könnten.

Burg überholen

Eine Annahme, die auch Norbert Müller (CDU) teilte. Lutz Nitz war bemüht, die Bedenken seiner Ausschusskollegen möglichst zu zerstreuen und zeigte sich zuversichtlich. „Mit den Buswartehäuschen haben wird mal was, mit dem wir meiner Lieblingsstadt Burg etwas im voraus haben.“

Der Teil der Bundesstraße 1, von der Geschwister-Scholl-Straße, über die Werderstraße bis zur Berliner Chaussee wurde von Juli 2014 bis Oktober 2017 komplett erneuert. Träger war die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Für die Nebenanlagen, wie Geh- und Radwege, war die Stadt Genthin zuständig, die dafür Fördergelder von Bund und Land bekommen hat.

3,2 Millionen Euro eingestellt

Insgesamt 3,2 Millionen Euro waren in den Haushalt der Stadt eingestellt. 1,3 Millionen wurden an Fördermitteln bewilligt.

Über Fördermittel war für die Wartehäuschen jetzt allerdings nichts zu machen. Die Fördermittel für den Ausbau der B 1 waren für diesen Bereich nicht verwenden.

Busbahnhof seit 1970

Der Busbahnhof an der Geschwister-Scholl-Straße wurde Mitte der 1970er Jahre angelegt.