Genthin l Pfarrerin Beate Eisert nutzte ein voll besetztes Gotteshaus zum Auftakt des Konzertes des Chores aus Porta Westfalica, um erstmals in großer Öffentlichkeit um Unterstützung für ein Restaurierungsvorhaben an dem Kirchenbau zu werben. Die Kirchengemeinde hat sich der Erneuerung der Fenster auf der Südseite der Genthiner Hauptkirche auf die Agenda geschrieben. Während die Fenster auf der Nordseite mit Glasmalereien und Mustern ausgestattet sind, weisen die Fenster der Südseite einfaches Kathedralglas auf.

Fensterglas mit rauer Oberfläche

Kathedralglas, Fensterglas mit einer rauen Oberfläche, wurde vorzugsweise um die Jahrhundertwende für Kirchenfenster verwendet. Vermutlich mussten die Fenster der Genthiner Kirche wegen Beschädigungen irgendwann ausgetauscht und damit notverglast werden. Wann genau das geschehen ist, würde allerdings einer genaueren Recherche bedürfen. Doch Silke Koerth-Bauer, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, macht zunächst die Dringlichkeit einer Neufassung der Fenster deutlich: „Die eisernen Befestigungen rosten, dehnen sich dadurch aus und irgendwann werden die Fenster im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rahmen fallen.“

Die Gemeinde sieht für die geplante Restaurierung ein großes öffentliches Interesse, das über die Kirchengemeinde weit hinaus geht. Neue Kirchenfenster, macht Koerth-Bauer klar, wären ein Gewinn nicht nur bei Gottesdiensten, zu Weihnachten und anderen Feiertagen wie Konfirmationen, Hochzeiten oder Taufen. Auch bei vielen öffentlichen Konzerten oder auch bei der traditionellen Übergabe der Zeugnisse an die Abiturienten, die in der Trinitatiskirche feierlich vorgenommen wird, käme die Schönheit der neuen Fenster zum Tragen.

Günstige Variante

Der Gemeinde liegen inzwischen, wie Koerth-Bauer sagt, „professionelle, interessante Vorschläge“ der auf Kirchenfenster spezialisierten Glaswerkstätten Schneemelcher aus Quedlinburg vor, deren veranschlagte Kosten die geplante Summe jedoch „deutlich“ übersteigen würde. Genaue Angaben zur Kostenhöhe für die Fensterrestaurierung machte die Gemeindekirchenratsvorsitzende offenbar im Hinblick auf die noch in Verhandlung stehende Auftragserteilung jedoch nicht. Entwürfe für eine Veröffentlichung liegen noch nicht vor.

Fest steht vorerst, dass die Kirchengemeinde deshalb eine günstigere Variante in Erwägung zieht. Sie besteht darin, zunächst nur zwei Fenster ersetzen zu lassen. Für die anderen beiden Fenster habe man im Gemeindekirchenrat Spendenmodelle diskutiert, gab Koerth-Bauer zur Auskunft. Im Klartext: Spenden sind willkommen.

Der Opferstock füllte sich bereits bei dem Konzert des Chores aus Porta Westfalica. Spendengeld erbrachte auch eine private Geburtstagsfeier.

Gelder aus dem Kirchenkreis

Die barocke Trinitatiskirche wurde 1722 zunächst ohne einen Glockenturm eingeweiht. Der wurde 1772, 50 Jahre später, wegen Geldmangels fertiggestellt.

Kanzel und Orgelprospekt aus dem Jahr 1799 wurden erst in den vergangenen Jahren aus Mitteln der Kirchenkreises Elbe-Fläming, Eigenmitteln der Kirchengemeinde und Spenden restauriert.