Genthin/Brandenburg l Böse Überraschung besonders für Genthiner Pendler und Berufskraftfahrer, die täglich nach Brandenburg/Havel unterwegs sind: Seit Donnerstag vergangener Woche ist die Brücke am Altstadt Bahnhof, ein Eingangstor zur Havelstadt, für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der Brandenburgische Landesbetrieb Straßenwesen ließ verlauten, dass die Entscheidung nach einer routinemäßigen Überprüfung des Bauwerks durch Prüfingenieure des Landesbetriebs Straßenwesen getroffen worden sei. Dabei seien erhebliche Schäden festgestellt worden, die eine vorsorgliche Sperrung notwendig gemacht hätten. Der Landesbetrieb Straßenwesen werde weitere Prüfungen durchführen, um den Schaden abschließend zu bewerten. Danach wird über die weitere Sperrung und über Baumaßnahmen entschieden.“

Brücke ist Verkehrsknotenpunkt

Unmittelbar nach der überraschenden Sperrung der vielbefahrenen Brücke meldete sich Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) in einer Pressemitteilung zu Wort: „Stadt und Region, wir alle brauchen diese Brücke. Sie ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte für den gesamten Westen unseres Bundeslandes. Die Bedeutung geht weit über unsere Stadt hinaus und betrifft auch Potsdam-Mittelmark, das Havelland und reicht bis nach Genthin in Sachsen-Anhalt. Die Pläne des (Brandenburgischen - d. Red.) Landesbetriebes für Straßenwesen sahen sowieso einen Ersatzneubau vor, hier muss das Land jetzt schnell Klarheit schaffen, ob und wie es mit der Brücke weitergeht.“ Gemeinsam mit Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) gab es einen Vor-Ort-Termin.

Durch die Straßenverkehrsbehörde wurde in Abstimmung mit dem Brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen eine Umleitung erarbeitet und inzwischen auch nachgearbeitet. Die Umleitung erfolgt über das Gelände des SWB (Stadtwerke Brandenburg)-Parks, über die Spittastraße und August-Sonntag-Straße. Wie Ende der vergangenen Woche angekündigt, wurden die Lichtsignalanlagen Anfang der Woche an die zu erwartenden neuen Verkehrsflüsse angepasst. An den Lichtsignalanlagen Magdeburger Landstraße (Neuendorfer Sand/A.-Sonntag-Str.) und Zanderstraße/Spittastraße auf der Umleitungsstrecke über das SWB-Gelände wurden vor dem Einsetzen des Feierabendverkehrs neue Schaltungsprogramme hinterlegt. Es erfolgte der Einbau neu programmierter Chips, die der neuen Verkehrsführung Rechnung tragen. An der Magdeburger Landstraße/A.-Sonntag-Str. wurde zudem provisorisch ein grüner Pfeil angebracht.

Brücke nach Schäden untersucht

Auf eine Aussage, wie lange die Sperrung Bestand haben wird, wollte sich gestern Steffen Streu, Pressesprecher beim Brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen, nicht festlegen.

Derzeit seien zwei Teams mit der Brückenprüfung beschäftigt, bei der die gesamte Brücke nach weiteren Schäden untersuchen wird. „Wir werden sehr engmaschig das gesamte Bauwerk abklopfen“. Nach einer folgenden komplexen statischen Berechnung würde man sehen, wie es weitergeht.

Landkreis überrascht über Sperrung

Die Nachricht, dass auf unbestimmte Zeit die Brücke Altstadt Bahnhof gesperrt ist, überraschte auch den Landkreis Jerichower Land. „Wir gehen bisher davon aus, dass es beim Rettungsdienst nicht zu zeitlichen Einschränkungen kommen wird. Wir müssen zunächst abwarten, wie sich die Rettungsdienst-Einsätze in der Praxis entwickeln“, sagte Thomas Barz (CDU), Beigeordneter des Landrates, auf Volksstimme-Anfrage.

Von massiven Einschnitten ist ebenso der Straßenbahnverkehr und der ÖPNV betroffen. Brandenburgs OB appellierte an alle Brandenburger, Pendler und Besucher der Havelstadt: „Die Sperrung einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte für die gesamte Region Westbrandenburg ist nur schwer zu kompensieren, deshalb bitten wir für die umfangreichen Beeinträchtigungen Verständnis und gerade an Schulen, Kitas und in den Wohngebieten um besondere Aufmerksamkeit und vorsichtiges Fahren.“