Kindertag

Sport und Spiel im Unterricht der Parchener Dürerschule

Weg vom heimischen Computer und zurück aus dem Home-Schooling. Zum Kindertag gab es in der Parchener Schule den Auftakt einer Initiative mit gemeinsamen Sport- und Knobelaktionen.

Von Mike Fleske
Domenik beschäftigte sich gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Julia Rübener mit einer pfiffigen Zahlenknobelei.
Domenik beschäftigte sich gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Julia Rübener mit einer pfiffigen Zahlenknobelei. Mike Fleske

Parchen - In der Dürerschule in Parchen herrscht wieder geschäftiges Treiben. Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die Corona-Pandemie den geregelten Betrieb lahmgelegt hatte, sind nun die Schülerinnen und Schüler zurück im Präsenzunterricht.

Am Kindertag am Dienstag durfte sogar ein wenig gespielt werden. „Traditionell ist das der Tag, an dem die Schule jährlich ihr Spaßsportfest ausrichtete“, erläuterte Schulleiterin Petra Lubig im Vorfeld. Im vergangenen Jahr musste die Tradition unterbrochen werden. Daher sei nun die Freude groß, dass der Tag in kleinen Gruppen begangenen werden konnte.

Zahlen haben eine besondere Gemeinsamkeit

So gab es eine Station im Raum der vierten Klasse, an der ganz besondere Aufgaben an der Tafel standen. Begleitet von ihren Lehrerinnen und Schulsozialarbeiterin Julia Rübener tüftelten die Kinder: „Eine Rechnung kann es nicht sein, da stimmen die Ergebnisse nicht“, meinte Viertklässler Domenik bei seinem Knobelversuch.

Aber was haben die Zahlen „0“, „6“ und „9“ je einmal und die „889“ gleich fünfmal? Des Rätsels Lösung: Die Kreise. Im Freien wurde zu diesem Kindertag zum ersten Mal der vor wenigen Wochen eingeweihte neue Sportplatz in die Aktivitäten einbezogen. So gab es lustige Wettbewerbe im Medizinball auf einem Rollbrett ziehen für die erste Klasse und Turniere im Tischtennis. Damit die Tischtennisplatte auch regelmäßig genutzt werden kann, hat der Landkreis, Klassensätze mit Schlägern und Bällen gestiftet.

Start für Teilnahme an Bildungsinitiative

Für die Dürerschule war der Kindertag der Start in ein neues Projekt. Pünktlich zum Weltspieltag am 28. Mai begann die Teilnahme an der Bildungsinitiative „Spielen macht Schule“. Dem Team der Förderschule sei dabei das analoge Spielen drinnen wie draußen wichtig.

„Auch unsere Schule ist inzwischen stark digitalisiert und nutzt moderne Technik für den Unterricht an digitalen Tafeln, mit Tablets oder mit der Lernplattform Moodle“, teilt die Schulleiterin in einer Stellungnahme mit. Mit dem Digitalpakt solle diese Struktur weiter optimiert werden, sodass jeder Schülerin und jedem Schüler ein digitaler Zugang angeboten werden könne.

Justin aus der 8. Klasse mit den neuen Tischtennisschlägern und Bällen, die der Landkreis Jerichower Land gestiftet hat.
Justin aus der 8. Klasse mit den neuen Tischtennisschlägern und Bällen, die der Landkreis Jerichower Land gestiftet hat.
Foto: Mike Fleske

Aber nicht immer seien PC, Tablet und Handy die beste Möglichkeit für den Wissenserwerb. Dazu gehöre noch mehr: „Alles was man anfassen kann, was man erlebbar und erfahrbar machen kann.“ Es sei für die Lehrkräfte immer wichtig, ein ausgewogenes Angebot zwischen digital und analog zu ermöglichen. Das ist ganz im Sinne des 2007 gegründeten Projektes.

Dieses wird von allen 16 Kultusministerien unterstützt und vom ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen der Universität Ulm und dem Frankfurter Verein „Mehr Zeit für Kinder“ getragen. Sie wollen Schülern das Lernen erleichtern und das klassische Spielen stärken. Denn Spielen sei viel mehr als ein Freizeitvergnügen, schreibt das Projekt auf seiner Internetseite. Wenn Kinder spielen, lernen sie unbewusst, ohne Anstrengung und mit viel Motivation.

Pädagogischer Nutzen von Spieleaktionen wird anerkannt

„Nicht zuletzt deshalb sind Spiele in unserer Schule seit jeher ein fester Bestandteil beim Lernen“, sagt Petra Lubig. Miteinander agieren, kommunizieren, logisches Denken, Ausdauer, aber auch die Erfahrung, einmal Gewinner und auch mal Verlierer zu sein, sorgen für einen pädagogischen Nutzen. Mit der Teilnahme an der Initiative ist die Dürerschule in einem Wettbewerb, bei dem die Gewinner Spielepakete für den Unterricht erhalten können.

Einrichtungen, die bei der Initiative mitmachen möchten, haben noch bis zum 16. Juli Zeit, sich zu bewerben. Möglich wäre dies unter anderem hier.

Beim Medizinball ziehen, traten die Kinder der ersten Klasse gegeneinander an.
Beim Medizinball ziehen, traten die Kinder der ersten Klasse gegeneinander an.
Mike Fleske