Genthin l „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, wünschte Hafenmeister Rolf Hoppe. „Bei uns ist es eine gute Tradition, dass jeder 100. Gast eine Flasche Wein bekommt, der 500. Gast bekommt sogar noch etwas mehr“, sagte Hoppe und überreichte Annelie und Bernhard Lenz aus Ascheberg im Münsterland ein kleines Geschenkset.

Wimpel und ein Schirm

Dazu gehörte nicht nur die Flasche Wein, sondern auch ein fünffarbiger Kugelschreiber, ein Wimpel des SV Chemie Genthin und ein Schirm. „Eigentlich ist es ein Regenschirm, bei dem schönen Wetter heute, können Sie ihn auch als Sonnenschirm verwenden“, meinte SV Chemie-Vereinschef Fritz Mund. Die Besucher aus dem Münsterland freuten sich über den großen Empfang. „Wir sind wirklich überrascht“, sagte Bernhard Lenz. „Wir sind auch treue Genthin-Gäste“, fügte er hinzu. Denn bereits zum dritten Mal besuchte das Paar die Kanalstadt.

Diesmal waren die Reisenden mit ihrer Yacht Aquarius II in Hamburg zu Besuch beim Sohn, danach in Berlin und nun auf der Rücktour ins Münsterland. „Wir haben aber Zeit, wir sind noch bis Ende August unterwegs“, erläutert Bernhard Lenz. Derzeit sei das Reisen zu Wasser nicht ganz einfach, durch die Niedrigstände, gäbe die Elbe etwa nicht viel her.

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Fahrt auf dem Kanal war angenehm

„Dafür war die Fahrt auf dem Elbe-Havel-Kanal angenehm“, sagt der Skipper. Genthin besticht noch durch eine weitere Eigenschaft. „Wenn ich nach Genthin komme, habe ich immer schon einen langen Einkaufszettel im Gepäck“, erzählt Annelie Lenz. Denn kaum irgendwo sei das Einkaufen so angenehm für Skipper wie in Genthin.

Mit dem Schiff anlegen, über die Straße gehen und schon sei man bei den Geschäften. Auch das Tanken sei einfach. „Wir bieten die Möglichkeit mit entsprechenden Kanistern die Schiffe kleckerfrei zu betanken, das ist auch aus Umweltschutzgründen wichtig, da kein Treibstoff nach außen gelangt“, sagt Rolf Hoppe.

Lob für Hafenmeister Hoppe

Für die Besucher aus dem Münsterland ist die Gegend zwischen Berlin und Magdeburg sehr attraktiv. „Das Schöne ist, dass die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit sind, das ist nicht überall so“, findet Annelie Lenz. Deshalb komme man gern wieder nach Genthin zurück. Für Hafenmeister Hoppe ein schönes Lob.

„Das zeigt, dass die Stadt einen durchaus guten Ruf hat.“ Letztlich tue man im Sportboothafen auch einiges dafür, dass sich Gäste wohl fühlen. So sei man mit sanitären Anlagen gut aufgestellt, die Gäste können Wäsche waschen und trocknen. Auch sei die Innenstadt nicht weit entfernt. Eine Klage hört der Hafenmeister immer wieder: „Der Hafen ist zu klein“. Gerade bei Hochbetrieb wie dieser Tage, seien sämtliche Plätze schnell belegt. Oft müssten Schiffe dann vor dem eigentlichen Hafen anlegen.

Der Sportboothafen wurde aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung gebaut und im Juni 2004 eingeweiht. Das Hafengelände gehört der Stadt Genthin. Bewirtschaftet wird es vom SV Chemie Genthin. Seinerzeit war der Bedarf nicht abseh- bar .

Moderne Einrichtung

„Mit dem Wissen von heute würde man den Hafen wohl größer bauen“, meint Hoppe. Dabei ist der Hafen durchaus modern eingerichtet. Zum Hafen gehört ein moderner Kran mit einer Hebeleistung von fünf Tonnen. Trailerbare Boote können mit Gurten ins Wasser und selbstverständlich auch aus dem Wasser gekrant werden.

Beliebt ist der Hafen nicht nur bei deutschen Reisenden. In den vergangenen Jahren legten Schiffe aus den Niederlanden, aus England und Japan in Genthin an.