Genthin l Im Oktober setzten SV Chemie Chef Fritz Mund und Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) ihre Unterschriften unter eine Absichtserklärung. Gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund und der Bundeszentrale für Gesundheit wollen sie nämlich ein Pilotprojekt speziell für die Generation 60 plus auf den Weg bringen.

Gesundheitsförderung und Prävention stehen im Fokus dieses Projektes unter dem vielsagendem Motto „Auf-leben“. Es steht für „Im Alter aktiv und fit Leben“. Bei älteren Menschen, die bisher um Sport einen Bogen gemacht haben, soll die Lust auf Bewegung über ein „Einsteigerprogramm“ geweckt werden. Der SV Chemie ging mit dem Pilotprojekt die Verpflichtung ein, mindestens zwei neue Bewegungsangebote von einer Kursdauer von zirka zwölf Wochen zu entwickeln.

Bewegung an der frischen Luft

Der SV Chemie hat sich beim Wort nehmen lassen. So hat Genthins größter Sportverein inzwischen seine Hausaufgaben gemacht. Im März werden unter Anleitung lizenzierter Übungsleiter Spaziergänge angeboten, in die leichte Bewegungs-, Atem- und Koordinierungsübungen eingebaut sein werden. „Wir wollen nicht gleich von Sport reden“, geht es Fritz Mund vorsichtig an. Die Gruppen würden sich etwa eine Stunde an der frischen Luft bewegen und niemand werde fragen, wie viele Meter sie gelaufen sei. Besser und treffender gefiele ihm deshalb für die bevorstehenden Kurse das Motto „Bewegung kennt kein Alter“.

Neben dem gesundheitsfördernden Aspekt des Projektes hebt Fritz Mund hervor, dass die Teilnahme an den Kursen zugleich helfen würde, soziale Kontakte zu stärken.

Bevor es soweit ist, wird der SV Chemie die Werbetrommel rühren. So werden die Kurse der Öffentlichkeit ausführlich bei Veranstaltungen in der Zille-Stube und im Stützpunkt des Kreissportbundes am Seedorfer Weg vorgestellt.

Flyer werben für Angebot

Wer neugierig geworden ist, kann sich Donnerstag, 20. Februar, in der Zillestube (Gröblerstraße) und Donnerstag, 27. Februar, in den Räumlichkeiten des KSB, jeweils um 10 Uhr im Terminkalender vormerken. „Wir nehmen uns Zeit, die Dinge genau zu bereden. Dabei ist uns wichtig, die gesamte Stadt zu erreichen“, sagt Fritz Mund.

Gleichzeitig wirbt der Verein über Flyer für die neuen Angebote. Sie werden Anfang Februar unter anderem in Arztpraxen und Apotheken ausgelegt. Die Teilnahme an den Kursen ist unentgeltlich und nicht an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden.

Im Jerichower Land beteiligt sich neben Genthin auch Gommern an dem Projekt des Landesturnverbandes. Hier haben der SV Eintracht Gommern und die Stadt Gommern im November einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. In jeder teilnehmenden Stadt kann das Projekt inhaltlich anders gestaltet werden.

Probephase in drei Bundesländern

Der Deutsche Turner-Bund und die Bundeszentrale für Gesundheit haben dieses Projekt aufgelegt, dass gegenwärtig in Rheinhessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in eine Probephase geht.

Pro Bundesland werden insgesamt fünf solcher Pilotprojekte angestrebt. In Sachsen-Anhalt sind es derzeit neben Gommern, Genthin und Merseburg drei. Es sei für einen Verein relativ schwierig, die Zielgruppe 60 plus zu erreichen, sagte Marisa Sann von der Projektleitung im Gespräch mit der Volksstimme. Deshalb habe man in der Zusammenarbeit mit den Kommunen einen neuen Ansatz für solche Projekte gewählt. Die Kommune verfüge über notwendige Netzwerke, um für das Projekt zu werben.