Genthin l Die Genthiner Städtepartnerschaften sollen mit neuem Leben gefüllt werden. Am Sonnabend war die Städtepartnerschaftsbeauftragte Rosemarie Schloßer beim Genthiner Kartoffelfest zu Gast und konnte dabei zum ersten Mal persönlich mit dem neuen Genthiner Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) sprechen.

Austausch auf mehreren Ebenen

Er regte während der Unterredung am Rade des Festes einen Erfahrungsaustausch auf verschiedenen Ebenen an. Schloßer und Günther skizzierten die künftigen Möglichkeiten der Städtepartnerschaften und vereinbarten bereits einen Besuchstermin des Genthiner Bürgermeisters in Datteln. „Ich möchte mich im direkten Gespräch mit den Kollegen austauschen und hoffe, dass wir einen guten Kontakt aufbauen können“, meinte Günther.

Damit lief er bei Rosemarie Schloßer offene Türen ein. „Ich fühle mich in Genthin unter Freunden, das sind wir seit Langem und wollen es lange bleiben“, betonte sie während ihres Aufenthaltes. „In einer Zeit in der die Spaltung der Gesellschaft in vielen Bereichen voranschreitet, sollten wir als gute Partner zusammenhalten und dieser Spaltung entgegenwirken.“ Mit ihrem unermüdlichen Engagement für die Städtepartnschaft, die Datteln nicht nur mit Genthin, sondern auch mit Cannock in Großbritannien unterhält, überzeugt die Beauftragte gelegentlich auch Zweifler.

Keine Beendigung sondern Neuanfang

Zu ihnen gehörte im vergangenen Jahr der Genthiner Grüne Lutz Nitz. „Ich habe mich lange für die Partnerschaft eingesetzt“, sagt Nitz. So sei er etwa 2014 gemeinsam mit dem verstorbenen Stadtrat Kurt Wicke (Pro Genthin), und Altbürgermeister Bernicke in privater Initiative zum Dattelner Kanalfest gefahren und hatte damals gehofft, dass diesem Besuch weitere Aktivitäten auch auf gesellschaftlicher Ebene folgen würden.

Doch daraus wurde nichts und die gegenseitigen Kontakte kamen weitestgehend zum Erliegen. Im Herbst 2017 forderte Nitz die „würdevolle Beendigung“ der Partnerschaft. Doch die war noch gar nicht so dahin, wie er meinte und bekam im Laufe des Jahres 2018 neuen Schwung. Mittlerweile gibt sich der Grüne geläutert: „Ich habe meine Meinung geändert“, gibt er zu. „Es ist doch gut, wenn wir die Möglichkeit zum Austausch beibehalten.“ Dieser solle nicht auf Politik und Verwaltung beschränkt bleiben. „Unser Wunsch ist es, auch Organisationen und Vereine wieder stärker einzubinden.“

Auch Radlin einbinden

Ein weiterer Kämpfer die Städtepartnerschaft ist Horst Leiste (SPD), der am Wochenende ebenfalls mit Rosemarie Schloßer ins Gespräch kam. „Die Partnerschaft mit Datteln wieder aktiv zu verfolgen finde ich gut“, machte er deutlich. „Jedoch sollten wir auch unseren zweiten Partner Radlin nicht vergessen“, erinnerte er. „Ich möchte mich dabei um die Kontakte in die polnische Stadt bemühen, denn auch Radlin soll eingebunden werden.“

Die Städtepartnerschaft mit dem polnischen Radlin war einst durch die Schulpartnerschaft des Genthiner Bismarck-Gymnasiums mit der Radliner Berufsschule entstanden. Diese Verbindung liegt mittlerweile brach. Seitens der Schule beziehungsweise des Fördervereins, ist derzeit keine Wiederaufnahme des Kontaktes geplant.

Noch kein Signal

Jedoch bleibt die Städtepartnerschaft, mit der sich Bürgermeister Günther ebenfalls befassen möchte. „Ich hoffe auch auf eine gute Verbindung nach Radlin“, hatte Bürgermeister Günther nach seinem Amtsantritt gemeint.

Derzeit gibt es von dort keine neuen Signale. Auch wurden Fragen der Volksstimme zu Städtepartnerschaft nach wie vor nicht beantwortet. Dass es durchaus fraktionsübergreifend den Wunsch gibt, beide Städtepartnerschaften aufrechtzuerhalten wurde in Sitzungen der Genthiner Fachausschüsse und des Stadtrates mehrfach deutlich. Die Partnerschaften hätten sich bewährt und sollten auch künftig gepflegt werden, meint etwa der Stadtratsvorsitzende Gerd Mangelsdorf (CDU). „Wenn die Kontakte wieder mit Leben gefüllt werden, findet das durchaus unsere Zustimmung.“