Genthin l Als am Sonntag die Kirchenglocken der katholischen Mariengemeinde St. Marien zum Gottesdienst rufen, machen sich Helene mit ihrer Mutter Claudia Dake eilig auf den Weg. Helene, sie war am Vortag als Sternsinger in Genthin, Altenplathow und Genthin-Wald unterwegs, führt eine kleine, in Schmuckpapier eingeschlagene Spendenbox mit sich. Sie wird später unter den Gottesdienstbesuchern noch einmal die Runde machen.

Als Sternsinger unterwegs haben Theresa und Johannes Krebs, Johanna und Mathilda Golz sowie Helene, begleitet von ihren Müttern, am Sonnabend bereits 365 Euro ersungen. Der Erlös der bundesweiten Sternsinger-Aktion kommt in diesem Jahr behinderten Kindern in Peru zugute.

Wenn bei Nachrichtensendungen schöne Bilder von Sternsingern bei der Kanzlerin oder beim Bundespräsidenten über den Bildschirm flimmern, hat der Einsatz der vier Genthiner Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren nur sehr wenig von diesem öffentlichen Glanz.

Trotzdem nimmt das Genthiner Sternsinger-Quintett seine Sache sehr ernst. Elf Auftritte liegen vor ihnen, als sie am Sonnabend ihre Tour im Johanniterheim Genthin-Wald beginnen. Zum Tagesprogramm gehörten des Weiteren das DRK-Seniorenzentrum an der Genthiner Werderstraße, das Diakonissen-Mutterhaus und acht Privathaushalte. Mehr als vier Stunden, bis in den Abend hinein, sind die kleinen Sternsinger unterwegs. Sicherlich, ist Claudia Dake überzeugt, gebe es noch mehr Interessenten, denen ein Segen für das Haus im neuen Jahr, den die Sternsinger bringen, wichtig ist. In Genthin musste jedoch auf eine größere Werbung für die Aktion verzichtet werden, weil der Kreis der kleinen Sternsinger begrenzt ist.

Vorbereitung in der Familie

Wobei die Vorbereitung der Kinder auf ihren Sternsinger-Auftritt allein in den Händen ihrer Mütter lag. „Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist immer knapp, aber wir haben es wieder einmal geschafft“, sagt Claudia Dake. Dabei habe es keinerlei Probleme gegeben, die Kinder für die Sternsinger-Aktion zu motivieren.

Für die kleinen Genthiner Sternsinger gab es keine großen Empfänge bei Politikern oder Repräsentanten wie in Großstädten üblich. Ein Dankeschön fiel für sie etwas bescheidener, aber nicht weniger herzlich aus. Meist mit etwas Süßem. Wie beispielsweise im Johanniterheim Genthin-Wald, wo Anton Rothbauer den kleinen Sternsingern eine Schachtel Konfekt zum Abschluss überreichte. Bei einer Genthinerin bekamen sie kleine gehäkelte Königsfiguren. Helene Dake hatte sie zum gestrigen Gottesdienst mitgebracht, um sie der Gemeinde zu zeigen.

Das katholische Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ unterstützt weltweit 2 168 Projekte in 112 Ländern.