Mitarbeiter überreichen an Stadtrat Unterschriften

Straathof: Arbeitsplätze sind in Gefahr

Von Simone Pötschke

Bliebe es bei der Teilstilllegung der Gladauer Ferkelaufzuchtanlage sieht sich das gesamte Straathof-Unternehmen in seinem Bestand bedroht, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Gespräch, das Geschäftsführer, Stadträte und Mitarbeiter miteinander geführt haben. Stadträte müssen im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen der Bürger und des Unternehmens über ein neues Erschließungsangebot entscheiden.

Gladau/Genthin l Genthins Stadträte stehen vor einer schwierigen und weitreichenden Entscheidung. Der Agrarindustrielle Adrian Straathof wird erklärtermaßen der Stadt Genthin ein neues, wie Pressesprecherin Mandy Döppner betonte, "tragfähiges Erschließungsangebot für eine Zufahrtstraße" unterbreiten, an dem der Genehmigungsantrag für die Erweiterung der Anlage letztlich gescheitert war (Volksstimme berichtete ausführlich).

Das Unternehmen verbreitet über den Ausgang der Gesprächsrunde inzwischen verhaltenen Optimismus. Man sei sich einig gewesen, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die alle Interessen wahrt, hieß es übereinstimmend mit der Stellungnahme aus dem Genthiner Rathaus.

Das sind so ganz andere Töne, wie man sie im Januar aus Wasmerslage bei Osterburg hörte, wo Kommunalpolitiker einer Erweiterung einer Straathofanlage auf 29 346 Tierplätze strikt ablehnen und inzwischen auch Kontakt zur Bürgerinitiative nach Binde aufgenommen haben.

An Appellen aus Gladau an die Stadträte, eine Entscheidung im Interesse der Bürger zu treffen, fehlt es indes nicht. Karola Engel ist wie viele andere in großer Sorge. In den letzten 20 Jahren hat sie mit ihrem Ehemann viel an ihrem Grundstück in der Hoffnung investiert, dass eventuell die Kinder oder Enkelkinder das Areal einmal übernehmen. Doch mit der zunehmenden Unattraktivität und Herabminderung ihres Anwesens und des Dorfes durch eine große Schweinemastanlage sehe sie "ihre Felle dahinschwimmen". "Ich glaube, es denkt auch keiner darüber nach, was wir unseren Nachfahren hinterlassen bzw. was wir unserer Natur damit antun." Karola Engel bittet deshalb den Stadtrat, dafür Sorge zu tragen, dass der Beschluss vom 25. Januar 2013 des Oberverwaltungsgerichtes über die Teilstilllegung der Gladauer Schweinezuchtanlage eingehalten wird. Sie stimme nicht gegen das Unternehmen, sondern sie sei gegen die Expansion der Anlage von 11 000 auf 50 000 Tierplätze plus Biogasanlage, sagt sie. Mit einer Anlage in einem gesunden Größenverhältnis, die der Landesgröße entspricht, könne sie hingegen gut weiterleben.

Doch der Bau- und Vergabeausschuss sowie der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Genthiner Stadtrates, die eine Entscheidung über die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens herbeizuführen haben, müssen sich auch dem Druck von Adrian Straathof stellen. Laut Straathof ist im Falle einer Teilstilllegung mit dem Verlust von Arbeitspätzen zu rechnen. Eine Teilstilllegung , erklärt auch Pressesprecherin Mandy Döppner, hätte weitreichende Folgen für das Straathof-Unternehmen und seine 285 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde im Auftrag der Mitarbeiter eine Unterschriftensammlung mit über 200 Unterschriften zum Erhalt ihres Arbeitsplatzes an den Stadtrat übergeben.

Die noch fehlenden Unterlagen für den Genehmigungsantrag (Volksstimme berichtete) würden derzeit überarbeitet und dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt aller Voraussicht nach am 2. April übergeben.