Genthin l  Erst Tanzen, dann Essen, hieß es beim Kartoffelfest. Erst nach einer Darbietung der Tanzgruppe Lindenblüte durfte die Jury an die Kochtöpfe treten. Kredenzt wurden den 13 Feinschmeckern aus Politik Kultur und Wirtschaft, zehn hochwertige Suppen aus Küchen des Jerichower Landes.

Jurymitglieder kommen ins Plaudern

„Ich würde gern mitmachen, aber ich darf nicht“, bedauerte Moderator Sebastian Strebe. Dafür durfte er den Juroren auf den Zahn fühlen, denn beim Essen plaudert es sich frei von Leber weg. So verriet etwa der Bürgermeister von Genthins Partnerstadt Datteln, André Dora, das er daheim zweimal die Woche für die Familie koche.„Ich darf dann auch relativ frei kreieren, das schmeckt nicht immer, aber das sagt mir keiner“, antwortete der Dattelner Stadtchef humorvoll. Wenig mit dem Zubereiten von Essen am Hut hat Mario Heitz vom Brandenburger Karnevals Club.

„Kochen ist nicht mein Ding, Essen schon“, zeigte sich der Karnevalist prädestiniert für die Aufgaben in der Jury. Dachdecker und Firmenchef Nico Koszior schmeckte schnell Unterschiede aus den Suppen: „Die sind alle ganz anders, da ist für jeden Geschmack etwas dabei.“ Bereits optisch präsentierten sich die Suppen unterschiedlich, die allesamt von versierten Köchen von Gaststätten im Jerichower Land sowie dem Jugendhaus Morus in Genthin oder dem neu eröffneten Schwimmhallenimbiss in Genthin kamen.

Bilder

Suppen sehr unterschiedlich

Da waren sehr sämige dickflüssige Suppen im Rennen aber auch eher dünne Kartoffelsuppen. Auch unterschiedenen sich die Suppen bei den Zutaten. Klein geschnittene Würstchen gab es da, aber auch Suppen mit ganzen Bockwürsten. „Bei manchen war der Kartoffelgeschmack gar nicht so dominant“, bemerkte Karin Labza, Regionalverkaufsleiterin des MGM Medien Service. Auch eine auf Paprika basierende Kartoffelsuppe sei im Rennen gewesen.

Für den Avacon-Kommunalreferenten Klaus Schmekies war die Verkostung eine echte Herausforderung: „Die Suppen haben ein hohes Niveau und sind im Geschmack ganz verschieden, aber doch gut.“ Schnell entschied sich der langjährige Genthiner Karnevalschef Wolfgang Fleischer: „Ich habe schon einen Favoriten.“ Zur „Feinabstimmung“ trat er noch einmal an den Topf, um zu probieren. Am Ende gab es die meisten Punkte für eine Suppe, die Karina Wolf von der QSG gekocht hatte.

Die drei Besten geehrt

Den Preis holte QSG-Chef Lars Bonitz ab. Nach einer geheimen Zutat, die den Sieg ausgemacht habe, gefragt, antwortete er: „Viel Liebe.“ Köchin Karina Wolf werde er besonders gratulieren, hat sie doch zum zweiten Mal hintereinander den Sieg erkocht.

Auf Rang zwei, schob sich eine Suppe aus dem Heideeck. Köchin Korinna Räbel freute sich fast wie eine Siegerin. „Das ist ein tolles Ergebnis“, meinte sie. Dritter wurde ein guter Bekannter unter den Suppenköchen. Jörg Holstein schaffte es ebenfalls aufs Treppchen und nachdem er 2006 und 2014 sogar den Sieg holte.

Lob vom Köche-Ehrenvorsitzendem

Auch er feierte seine Platzierung. Die neue Urkunde war später sogar an seinem Kulinarikstand zu sehen. Im Rückblick gab es für alle Köche, die in diesem Jahr teilnahmen ein Lob aus berufenem Munde. Christian Ulrich, Ehrenvorsitzender der Magdeburger Köche, meinte: „In diesem Jahr war es besonders schwer einen Sieger auszumachen.“ Für ihn habe es acht sehr gute und zwei ordentliche Suppen gegeben.

„Das war ein hohes Niveau.“ Dem stimmte nach der Verkostung auch Ministerin Dalbert zu: „Die Genthiner haben sehr gute Köche.“ Bester Beleg dafür, waren die langen Schlangen an der Ausgabestelle, an der die Suppen auch für die Festbesucher abgegeben worden.