Genthin l Alles Suchen ist vergebens: Die Spendenbox für Tiernahrung im Genthiner Kaufland wurde abgebaut. Schon vor Wochen. Das beunruhigt Tierfreunde, für die eine Spende mit einem Einkauf zur Regelmäßigkeit geworden ist. Die Spenden, die hier zusammengetragen wurden, kamen vor allem Fundtieren zugute, die im Zabakucker Tierasyl eine vorübergehende Zuflucht finden.

Boxen stehen nicht zur Verfügung

Futterbox, Kaufland? Juliane Reimann, Leiterin des Zabakucker Tierparkes und damit auch des Tierasyls, seufzt bei der Volksstimme-Anfrage besorgt, wenn die beiden Stichworte fallen.

Sie bedaure, dass den Elbe-Havel-Werkstätten als Betreiber des Tierasyls die Futterboxen nicht mehr zur Verfügung stünden. Jedenfalls vorläufig.

Visuell anspruchsvoll

„Wir sind von Kaufland aufgefordert worden, neue, visuell anspruchsvolle Spendenboxen aufzustellen“, benennt Reimann den Grund, warum derzeit keine Boxen für Futterspenden zur Verfügung stehen. „Wir suchen nach Lösungen“, versichert, legt sich aber terminlich nicht fest.

Dass dem Aufstellen neuer Spendenboxen nichts im Wege stehe, versucht Christine Axtmann, Kaufland-Pressesprecherin, auf Volksstimme-Anfrage klarzustellen.

Unterstützung vorhanden

„Wir unterstützen sehr gern weiterhin die Arbeit der Elbe-Havel-Werkstätten. Selbstverständlich können sie weiterhin eine Spendenbox für Tiernahrung und sonstigen Tierbedarf in unserer Filiale aufstellen.“

Christine Axtmann knüpft das Angebot jedoch an Bedingungen. Diese Spendenbox sollte, wie auch Juliane Reimann übereinstimmend zur Auskunft gab, „lediglich optisch ansprechend und genau gekennzeichnet sein.“ Sie sollte ebenso an einem einsehbaren Standort platziert werden.

Gespräche laufen

In der Sache gibt es also keinen Dissens. Auch die Pressesprecherin bestätigt Gespräche zwischen Kaufland und den Elbe-Havel-Werkstätten, bei der die weitere Vorgehensweise besprochen worden sei. Christine Axtmann zeigt sich deshalb zuversichtlich: „Die Elbe-Havel-Werkstätten werden in Kürze eine entsprechende Sammelbox aufstellen, so dass die Kunden diese bald wieder nutzen können.“

In Kürze? Das Aufstellen neuer Boxen scheint jedoch in der Warteschleife zu stecken. So äußert sich Juliane Reimann etwas zurückhaltender. Man werde noch Rücksprache mit der Stadt Genthin und den Einheitsgemeinden Jerichow und Elbe-Parey halten müssen. Ihr Ruf nach den Kommunen kommt nicht von ungefähr.

Kommunen unterstützen Heim

Denn die Einheitsgemeinde Genthin, Jerichow und Elbe-Parey haben einen Vertrag mit den Elbe-Havel-Werkstätten über die Aufnahme von herrenlosen Tieren im Tierasyls abgeschlossen, in dem sie sich auch zur Zahlung von finanziellen Zuschüssen verpflichten. Über die Ordnungsämter der Kommunen werden die Fundtiere, streunende, kranke Katzen und auch Hunde, von denen im öffentlichen Bereich eine Gefahr ausgeht, in das Zabakucker Tierasyl gebracht.

Spendenboxen für Tiernahrung wie die bei Kaufland sind da willkommen. „Solche Spenden sind notwendig. Wir sind darauf angewiesen“, sagt Juliane Reimann. Im Tierasyl spüre man, dass die Spendenbox im Supermarkt weggebrochen sei.

Kunden motiviert

Die Spendenbox habe durchaus Kunden motiviert, ein Futterschälchen zusätzlich zu kaufen, weiß Reimann zu schätzen. Ein- bis zweimal monatlich sei die Box von Mitarbeitern der Elbe-Havel-Werkstätten geleert worden. Kaufland habe sich nicht selten auch gemeldet, wenn die Box gefüllt war.

Im Zabakucker Tierasyl sind derzeit drei Hunde und 30 Katzen notungebracht. Vor allem bei Katzen, insbesondere bei ganz jungen Katzen sei die Tendenz steigend, sagt Juliane Reimann.