Genthin l Dass Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum gehören, macht Juliane Reimann, Leiterin des Zabakucker Tierparks, noch einmal deutlich. Zur Anlage gehört auch eine Tierpension und ein Tierasyl. Letzteres bietet insgesamt 40 Katzen und sechs Hunden ein vorübergehendes Zuhause.

„In der Vermittlung sind jedoch nur fünf Hunde und die Katzen“, sagt Juliane Reimann. Wer sich ein Tier anschaffen möchte, sollte sich auch über Folgekosten im Klaren sein, ergänzt Tierheim-Mitarbeiterin Juliane Ising. Der Niedlichkeitsfaktor von jungen Katzen und Hunden täusche oft darüber hinweg, welche Verantwortung dahinter stecke.

„Wir achten bei der Vermittlung sehr darauf, welches Tier für welchen Halter geeignet erscheint“, sagt Juliane Reimann. Die Bedürfnisse des Tieres müssen auch mit den Lebensgewohnheiten des Menschen zusammenpassen. So passe beispielsweise ein quirliger Jack-Russel-Terrier, der viel Auslauf und Beschäftigung fordert, nicht zu Rentnern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Ernsthafte Interessenten warten

Weihnachten steht vor der Tür und viele sind noch auf der Suche nach Geschenken. Damit Tiere nicht als unüberlegtes Geschenk enden und womöglich später wieder abgegeben oder ausgesetzt werden, wurde die Vermittlung bis zum neuen Jahr ausgesetzt. „Wer echtes Interesse an einem unserer Tiere hat, der wartet auch noch bis Januar“, sagt Juliane Ising.

Neben dem Tierasyl in Zabakuck kümmert sich auch der Tierschutzverein in Genthin um Tiere, die ein Zuhause suchen. „Wir sind keine Anlaufstelle für Leute, die ein Fundtier abgeben möchten“, betont die Tierparkleiterin. Doch wie sollen sich Bürger verhalten, die ein Fundtier entdecken?

Stadt entscheidet über Fundtiere

„Für Fundtiere ist nicht der Tierschutzverein, sondern die Stadt verantwortlich“, informiert Rathauschef Thomas Barz . Denn die Stadt Genthin habe zusammen mit Jerichow und Parey einen Vertrag mit dem Zabakucker Tierasyl abgeschlossen. Betreiber seien die Elbe-Havel-Werkstätten.

„Dort werden Fundtiere aufgenommen, versorgt und gegebenenfalls wieder freigelassen. Wer in Genthin (und Ortschaften) ein herrenloses Tier findet, meldet das dem Ordnungsamt. Nach 16 Uhr und an den Wochenenden wendet man sich an die Leitstelle des Landkreises unter 112. Dort sind die Bereitschaftsdienste der Städte hinterlegt“, erklärt Thomas Barz.

Das Tier werde dann sichergestellt und nach Zabakuck gebracht. Das betreffe streunende, kranke Katzen und andere Tiere, von denen im öffentlichen Bereich eine Gefahr ausgehe.

Helfende Hände willkommen

Fundkatzen betreffe das nicht, da von ihnen keine Gefahr ausgehe und sie sich in ihrer Bewegungsfreiheit nicht gern einschränken lassen. Ausnahme seien kranke Katzen, die ärztlich versorgt, kastriert und anschließend in ihrer gewohnten Umgebung frei gelassen werden.

„Welche Tiere wir aufnehmen, entscheidet die Stadt“, erklärt die Tierparkleiterin den Werdegang.

Gerade in den Wintermonaten sei die Vermittlung von Tieren schwierig. Zwar habe das Tierasyl noch Platzkapazitäten, doch gemessen am Futter, sei die Einrichtung ausgelastet. „Wir bekommen durch aufgestellte Futterboxen auch Futterspenden für die Tiere. Doch es fehlt an Nassfutter“, sagt Juliane Reimann. Nicht jedes Tier vertrage jedes Futter. „Manche kranke, alte Katzen müssen gepäppelt werden und sind froh, wenn sie Nassfutter bekommen, was sie kauen können und auch vertragen“, spricht Juliane Ising aus jahrelanger Erfahrung.

Nassfutter wird benötigt

Hilfe sei nicht nur durch Futterspenden willkommen. „Wer uns unterstützen möchte, kann sich gerne bei uns melden“, sagt Juliane Reimann. „Katzenkuschler“ und „Gassigeher“ werden immer gesucht. „Es gibt Leute, die sich keinen Hund halten, aber so trotzdem Zeit mit einem Tier verbringen können. Auch, um auszuprobieren, ob ein Hund ein geeignetes Haustier wäre, sind solche Kontakte gut. Praktikanten, Ehrenamtliche oder Leute, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Erfahrungen sammeln möchten, sind willkommen.“

Wer Interesse an der Tiervermittlung (erst wieder ab Januar möglich) hat oder helfen möchte, meldet sich im Tierpark unter 039348/927 48, Montag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr.