Zabakuck l Das Wetter ist einfach traumhaft. Die Sonne strahlt vom Himmel und gibt dem Lenné-Park in Zabakuck einen besonderen Reiz. Die Menschen im Tierpark, die Besucher, sie lächeln. Das tut auch Juliane Reimann, die den Tierpark und das Tierasyl in Zabakuck seit sechs Jahren leitet. Der Freitag war ein guter Zeitpunkt für den Blick auf ihre Reise aus der Stadt Torgau bei Leipzig bis hierher. Die Havelstadt Brandenburg hat sie als Wohnort gewählt. „So kann ich schnell die Städte erreichen, in denen Freunde und Verwandte wohnen“, sagt sie lachend. Es ist ja auch nur eine halbe Stunde Fahrt nach Zabakuck.

Auch in der Bleibe dort hat sie einen Garten, sie liebt Natur, Pflanzen und die Menschen. „Ich mag es, meine Gladiolen zu pflegen, das Umgraben der Erde, Kartoffeln zu stecken.“ Sie achtet die Natur und sie achtet auf den Wechsel des Wetters. Bei der Gestaltung ihres Reiches kommt ihre Fantasie zur Geltung. Sie mag auch Fantasie-Filme wie die Kinostreifen zu „Der Hobbit“, „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“. Sie mag auch Selbstständigkeit.

Tiere von Anfang an

Juliane Reimann hat die Heimat nach der Schule verlassen. Tiere begleiteten sie von Anfang an. „Meine Großeltern hatten einen Bauernhof bei Chemnitz. „Zuhause habe ich mich mit meinen Eltern um Kaninchen und Katzen gekümmert.“ Großkatzen, aber auch kleine Katzentiere sind auch heute noch ihre Favoriten im Tierreich. Auf dem Lebensweg lag ein Praktikum in Ostfriesland. Sie verbrachte einige Zeit in der Seehundstation Norddeich. Eine erste tiefe Erfahrung an besonderem Ort. Es war eine wichtige Zeit. „Das Wattenmeer, seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe, ist Tankstelle für Millionen Zugvögel. Es ist aber auch der Lebensraum von Seehunden und Kegelrobben, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Junge Seehunde, die durch Störungen vom Muttertier getrennt und oft weitab vom Wurfplatz angetrieben werden, finden in Norddeich vorübergehend ein neues Zuhause“, schildert das Portal der Station.

„In der Seehundstation Nationalpark-Haus zieht ein Team von Profis und freiwilligen Helfern diese verwaisten Seehunde, sogenannte ,Heuler‘ auf, bis sie wieder in die Nordsee zurückgebracht werden und dort überleben können“, so Reimann. Und sie war mittendrin, bei der Fütterung, bei der Arbeit in der Auffangstation für Jungtiere, die von der Mutter verlassen wurden oder krank waren, beim Aufpäppeln, beim Saubermachen, bei den Vorführungen für Besucher an den Becken. Sie bewarb sich nach dem Abitur an unterschiedlichen Hochschulen und Unis.

Diplom im Fachbereich Zoologie

Dann kam Ende Oktober 2004 der Anruf aus Darmstadt. Sie begann mit dem Fach Biologie. Nach sieben Semestern machte sie das Diplom im Fachbereich Zoologie. Die Rhein-Main-Metropole wurde eine neue Heimat. „Am Anfang erschien mir alles sehr grau, ich war das erste Mal längere Zeit weg von den Eltern. Da fühlt man sich ziemlich fremd“, erinnert sie sich. Aber von Semester zu Semester sei es besser geworden. Dann zog Juliane Reimann aufs Land, in das kleine Ober-Ramstadt. „In dieser WG dort habe ich mich so richtig wohl gefühlt.“

In Darmstadt war sie viel unterwegs, auf der Mathildenhöhe, in der Orangerie. „Es gibt dort viele schöne Plätze, wenn man die entdeckt hat, kann man sich in die Stadt verlieben“, sagt sie jetzt. Nach dem Abschluss war sie im Opel-Zoo in Kronberg im Bereich der Zoopädagogik tätig, machte im Frankfurter Zoo ein Praktikum und verdiente sich im Paul-Ehrlich-Institut einen Groschen dazu. Das Netzwerken zur Jobsuche begann, bis der Anruf der Elbe-Havel-Werkstätten kam. Und heute kann sie sagen: „Ich habe mich hier fest verankert und fühle mich richtig wohl.“

Harte Arbeit

Am Anfang standen administrative Aufgaben, Futterbeschaffung, Planungsprozesse und Öffentlichkeitsarbeit. „In Abstimmung mit den Elbe-Havel-Werkstätten läuft das gut.“ Der Umbau des Tierparkes 2014, der von Beginn ihrer Arbeit mit zu den Zielen gehörte, wurde realisiert. Die Öffentlichkeitsarbeit habe zugenommen. „Nun bin ich mehr bei der Betreuung der Menschen mit Behinderung eingebunden“, sagt sie. „Die Arbeit ist sehr hart. Hier geben alle Mitarbeiter ihre ganze Kraft, um den Tierpark weiter zu entwickeln“, meint sie weiter. Tiere bräuchten rund um die Uhr Pflege. „Tiere werden krank und es muss immer jemand erreichbar sein.“ Immer wieder gäbe es Notfälle, im Tierpark, im Leben, darauf müsse man sich dann doch einstellen.