Mützel l Sie heißen „Pionier“, „Aktivist“ oder einfach nur „Russe“. Dahinter verbergen sich Trecker, die aus Mützel, Karow, Tucheim und Kade zum dritten Treffen angetuckert kamen. Auf dem Reitplatz nahmen das Organisationsteam der Mützeler „Trunkenbolde“ die zum Teil originalen, liebevoll restaurierten Traktoren in Empfang.

32 Trecker, dazu Schlepper und motorisierte Arbeitsgeräte fuhren auf zur Parade. Erst in Reih und Glied, später dann für die traditionelle Rundfahrt durch den Ort. Angeführt wurde der Korso von Bettina Wolle.

Dorfbewohner säumen die Strecke

Der eine oder andere Dorfbewohner säumte den Wegesrand, um die Treckerfahrer zu bestaunen. Da wurde am Wegesrand fotografiert, gewunken und auch mal geschwatzt. Denn schließlich sieht man so viele schwere Landmaschinen im Korso nur ein Mal im Jahr in Mützel.

Bilder

Wilfried Wolle, einer der Organisatoren, freut sich, dass sich das Treffen der Treckerfreunde mittlerweile etabliert hat: „Erstaunlich, aber wir werden mit jedem Treffen mehr. Schön ist, das immer wieder neue Technikbegeisterte zu uns finden.“

Traktoren machen ihre Arbeit

Einer von ihnen war Matthias Günther, kurz nach dem Treffen zum neuen Genthiner Bürgermeister gewählt. Mit Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt fachsimpelte er über die alte, aber unverwüstliche Landtechnik „Erstaunlich, wie viele dieser alten Traktoren noch ihre Arbeit machen“, meinte Günther anerkennend.

Erstaunlich zu sehen, wie viele dieser landwirtschaftlichen Maschinen noch in Scheunen und Schuppen ihren Unterstellplatz haben. Manche dieser unverwüstlichen Geräte sind auch noch auf den Äckern und Wäldern der Besitzer im Einsatz und leisten wertvolle Arbeit. Die Idee zum Treckertreffen ist vor einigen Jahren in einer launigen Runde entstanden.

Idee am Stammtisch

Beim Stammtisch, damals noch im Dorfkrug, waren die Trecker verschiedener Jahrzehnte immer wieder Thema bei den Mützelern: „Da kam uns die Idee, einfach mal alle Traktoren, ob alt oder jüngeren Datums, zusammen durchs Dorf fahren zu lassen“, erzählt Bettina Wolle.

So kam man jeden Mittwoch zusammen und plante das erste Treckertreffen. „Der Erfolg gab uns Recht“, meint Hans-Jürgen Sens. Die Kraftpakete aus Stahl und Gummi sorgen immer noch für Erstaunen und haben mehr Liebhaber als man denkt.

Die meisten der Traktoren sind rot, grün oder blau lackiert. Einer stach grau heraus – der „Aktivist“. Sein Besitzer, Frederik Groppler aus Kade nimmt ihn immer noch zur Kartoffel-Ernte: „Hauptsache, er wird bewegt. Dann läuft er wie eine Biene.“ Das 30 PS-Gefährt wurde 1951 in Brandenburg gebaut. Bis zur Wende fuhr es in Berlin Kohlen aus, dann holte es Kroppler nach Kade.

Gäste mit historischen Mopeds

Auch in diesem Jahr kamen Gäste, die nicht auf Traktoren saßen: die Mopedfreunde aus Hohenbellin. Wo andere schon die Mobilitätswunder ihrer Jugend verschrottet haben halten die Hohenbelliner diese in Ehren. „In den Achtzigern - mit 15 und ohne Helm - wir waren die Größten auf der Landstraße“, lacht Egon Volz und zeigt auf seine S 51.

„Als die Wende kam, waren erstmal Autos wichtiger, doch dann besannen wir uns auf unsere Mopeds“, erzählt Volz und bekennt, „Wir interessieren uns für unsere Heimat und fahren einfach mal da hin wo es was zu sehen gibt.“ Dabei zeigt er in die Runde.

Die Hohenbelliner waren von der aufgefahrenen Traktorengeschichte beeindruckt. Den Rekord über den ältesten Trecker hält diesmal Karl-Heinz Feuerherdt. Mit seinem Stock Baujahr 41 war er Anziehungspunkt vieler Fachsimpelei. Am Ende zogen die Teilnehmer des dritten Treckertreffens ein positives Fazit.

„Es ist mal eine ganz besondere Art der Traditionspflege auf dem Land.“ Deshalb ist ein viertes Treffen im kommenden Jahr fest geplant.