Genthin l Kleingedruckt teilte es der Gemeindekirchenrat im Gemeindebrief vor Kurzem mit: Über die Verwendung des Erbes, der Erlös aus dem Verkauf des Hauses von Ingelore Bredow (1925 bis 2014) aus Genthin, sind Entscheidungen gefallen. Ein Betrag in Höhe von 70.000 Euro steht der Gemeinde aus dem Erbe zur Verfügung. „Wir wollten den Betrag nicht einfach so im Haushalt versickern lassen“, hat es Günter Sander im Gemeindebrief formuliert.

Die gebürtige Genthinerin Ingelore Bredow hatte weder Verwandten noch Erben, so dass sie ihr Haus mit dem dazugehörigen Grundstück vor drei Jahren der evangelischen Kirchengemeinde vererbte. Ingelore Bredow absolvierte nach dem Abitur in Berlin eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin.

Beruflich war sie anschließend als Masseuse, Trainerin für körperbehinderte Kinder und Sprechstundenhilfe in Genthin, Wusterwitz und Kirchmöser tätig. Der Sport wurde bei ihr zeitlebens groß geschrieben, wissen Zeitgenossen zu berichten.

Zwei-Jahres-Vorhaben

Langfristig und ebenso nachhaltig wird die Gemeinde nun das Erbe einsetzen und so das Vermächtnis von Ingelore Bredow erfüllen. Ein Teil des Erbes wird für die Gestaltung des Kirchvorplatzes, beginnend ab der jungen Kirche in Richtung Standesamt verwendet. Das Vorhaben wird sich über zwei Jahre erstrecken, sagte Günter Sander im Gespräch mit der Volksstimme. Es müssten Fördermittelanträge gestellt werden und ein Planer müsse die Arbeit aufnehmen, bevor die Umgestaltung später optisch Form annehme. Das gesamte Vorhaben, betonte Sander, werde von der Denkmalschutzbehörde begleitet.

Ein weiterer Teil des Erbes wird die Kirchengemeinde in die Fassadengestaltung der jungen Kirche investieren. Die junge Kirche wurde vor mittlerweile zehn Jahren fertiggestellt und bedürfe wieder eines neuen Anstriches, erklärte Sander.

Dringenden Restaurierungsbedarf sieht der Gemeindekirchenrat auch für die Fenster der Kirche, auf deren südlicher Seite (das ist die von der Straße abgewandte). Auch dafür soll ein Teil des Erbes verwendet werden.

Glocken-Fonds

Auch die Glocken der Kirche werden zum Nutznießer des Erbes. So soll von dem verbleibenden Geld, dabei handelt es sich um Pachten aus Grundstücken, die zu dem Haus gehörten, ein Fonds speziell für die Glocken angelegt werden. Damit wird jenes Geld angespart, mit dem eines Tages Reparaturen der Kirchenglocken beglichen werden.

„Wir gehen bisher davon aus, dass diese Reparaturen in etwa 20 Jahren notwendig sein werden“, sagte Günter Sander.