Genthin l Autoreifen, Sprühdosen, Flaschen und jede Menge Verpackungsmüll, das sind nur einige Reste, die von Unbekannten auf Grünstreifen und im Wald bei Gladau entsorgt werden und auf die Janik Lauter bei Wanderungen gefunden werden. Der junge Mann stammt aus Gladau. „Wenn ich hier zu Besuch bin, gehe ich gern raus, das ist ein wenig Entspannung zu meinem Leben in der Stadt Magdeburg.“

Doch mittlerweile werden seine Naturausflüge immer häufiger durch wilde Müllkippen und achtlos weggeworfene Verpackungen getrübt. „Es gibt grob gesagt zwei Arten von Müll, einmal Hausrat, der absichtlich in den Wald gebracht wird und Müll wie To-Go-Becher, die von Lastwagen oder Autofahrer aus dem Fenster geworfen werden. Zu Letzterem gehören auch Verpackungen von Fast-Food-Lokalen, die dann insbesondere die Grünstreifen entlang der Straßen verunstalten. Lauter ärgert sich. „Vieles von dem Abfall ist Plastikmüll, der nicht verrottet.“ Alte Farbeimer oder Dämmmaterial im Wald seien ein echter Umweltfrevel. Er habe den Abfallentsorger Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land (AJL) informiert, der mit Sonderfahrten bereits wilde Müllkippen aufgelöst hat. „Ganz schlimm finde ich, dass viele Pfandflaschen weggeworfen werden, für die man bei der Abgabe im Geschäft noch Geld zurückbekommt“, sagt der Student.

Aufräumaktion starten

Auch Silofolie, die von Kindern zweckentfremdet zum Buden bauen im Wald verwendet wurde, findet sich im Unrat. Lauter hat bei seinen Touren bereits Müll eingesammelt und entsorgt, kommt aber nicht mehr hinterher. Vor einigen Tagen hat er sich an Ortsbürgermeister Klaus Voth gewendet. Beide wollen nun dafür sorgen, dass die Menschen sensibilisiert werden, den Müll in Mülltonnen zu entsorgen. Sie wollen die Gladauer außerdem zu einer Aktion zum Aufräumen im Ort motivieren.

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„Wenn sich ein junger Mensch so für die Umwelt engagiert, dann kann man das nur unterstütze“, sagt Ortsbürgermeister Klaus Voth. Er hat angeboten, mit den Chefs von ortsansässigen Firmen zu sprechen, etwa der Schweinezuchtanlage und der Agrargenossenschaft, sodass diese ihre Mitarbeiter über Möglichkeiten der Restmüllentsorgung in aufgestellten Tonnen informieren. „Wir werden das Thema auch im Ortschaftsrat ansprechen, vielleicht lässt sich eine Aufräum-Aktion ins Leben rufen.“ Janik Lauter schwebt dabei etwas vor, dass in Großstädten „Plogging“ genannt wird. Das Wort steht für „plocka“ (schwedisch aufheben, pflücken) und Jogging. Es bezeichnet eine Lauftour, bei der Müll eingesammelt wird. Dabei wird gleichzeitig gemeinsam Sport getrieben und etwas für die Umwelt getan. „Ob wir dabei genügend Interessenten zusammenbekommen, weiß ich nicht, aber eine Idee ist es schon“, meint Ortschef Voth.

Er kann sich auch vorstellen, dass eine anstehende Grünkohlwanderung mit dem Einsammeln von Müll verbunden wird. Voth verweist zudem auf die Möglichkeit der Sperrmüllabfuhr durch die AJL. Im kürzlich verteilten Abfall-Wegweiser 2020 gibt es entsprechende Beantragungskarten. In diese können Anzahl und Art des Sperrmülls eingetragen werden. Die Karte wird an die AJL geschickt, die dem Anmelder eine Antwortkarte mit dem Abholtag zukommen lässt. Am Vorabend des Abholtages könne der Sperrmüll bereitgestellt werden. Auch über die Internetseite der AJL ist dieses Anmeldeverfahren möglich. Abgeholt werden nicht nur Möbel und Teppiche, sondern auch Elektrogeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Herde. Auch Computer und Fernseher können durch eine Anmeldung durch die AJL entsorgt werden.