Paukenschlag:

Update: QSG kauft Stadtkulturhaus zurück

Die Firma Inprotec will das Stadtkulturhaus verkaufen. Das steht seit gut einer Woche fest. Nun ist klar, an wen. Nicole Golz, Vorsitzende des Tourismusvereins, sagt der Volksstimme: die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) wird das Haus zurückkaufen.

Von Susanne Christmann
Das Stadtkulturhaus soll als städtische Veranstaltungsstätte erhalten bleiben. Dafür will es die Firma Inprotec an die QSG verkaufen.
Das Stadtkulturhaus soll als städtische Veranstaltungsstätte erhalten bleiben. Dafür will es die Firma Inprotec an die QSG verkaufen. Foto: Susanne Christmann

Genthin - „Die QSG“, verkündet Nicole Golz gegenüber der Volksstimme, „wird das Stadtkulturhaus zurückkaufen“. Dazu, so die Vorsitzende des Tourismusvereins, dessen 100-prozentige Tochter die QSG ist, müsse noch der Gesellschaftsvertrag geändert werden. Aber mit Inprotec AG, die bis dato Eigentümerin des Hauses ist, sei das abgestimmt und gerade werden die Unterlagen für den Notar fertiggemacht. Wenn dies erledigt sei, ginge es darum, wie die Vereine, die mit ihrem Protest den Mehrzweckhallen-Beschluss noch einmal auf die Tagesordnung des Stadtrates setzen lassen, stärker als bisher in die Betreibung des Stadtkulturhauses einbezogen werden könnten. Da müsse ein Konzept her. Über Details könne Golz zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen.

Damit zeichne sich eine „praktikable und gute Lösung für alle Akteure“ ab. Sagt CDU-Stadtrat und Vorsitzender des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses Gordon Heringshausen. Im Namen seiner Fraktion hatte dessen Vorsitzender Klaus Voth in der Mai-Sitzung des Stadtrates den Vorschlag eingebracht, in Zukunft auf die Ertüchtigung der Sporthalle an der Berliner Chaussee als Kultur- und Sportarena zu setzen und nicht weiter auf das Stadtkulturhaus. „Dass sich in der Situation zur Beschlussfassung sowohl die Linken als auch die Grünen diesem Standpunkt anschließen würden, war weder absehbar noch vorberaten und für alle letztendlich überraschend“, analysiert Heringshausen das Zustandekommen dieses Beschlusses.

Gute Lösung für alle Akteure?

Den nennt er heute „unglücklich“. Aber ohne ihn, ist er überzeugt, wäre es nicht zu diesen stadtweiten Diskussionen und Aktionsmaßnahmen zum Erhalt des Stadtkulturhauses gekommen. Vom endgültigen Abrücken von dem im Mai gefassten Beschluss wolle er aber erst heute abend sprechen. Wenn denn nach der CDU-Fraktionssitzung, die Mehrheit tatsächlich dieser „guten Lösung für alle Akteure“ zugestimmt habe. Falls diese Lösung zustande komme, sei das der Inprotec und dem Tourismusverein zu verdanken, so Heringshausen, der sich in der Stadtkulturhaus-Debatte als Vernetzer, Vermittler und Unterstützer im Stadtrat sieht.

Bis 2016 war die QSG schon einmal Besitzer des Hauses. 1994 hatte die QSG das ehemalige „Haus der Werktätigen“ übernommen und umbenannt in „Haus der QSG“. 2003 bekam es den Namen „Stadtkulturhaus“. 2016 wurde bekannt, dass Inprotec den Chemiepark erweitern will und dazu die Flächen hinter dem Stadtkulturhaus bis zum Kanal erwerben wolle. Schließlich hat Inprotec das Stadtkulturhaus mitgekauft. „Wir haben mit dem Käufer ausgehandelt, dass wir das Haus von 2017 bis 2021 kostenlos nutzen können“, sagte Genthins damaliger Bürgermeister Thomas Barz. Bis 2021 bliebe also für Vereine und Besucher alles beim alten. Danach brauche es eine Alternative, berichtete die Volksstimme. Laut Barz wurden drei Varianten diskutiert: der Ausbau der Sporthalle an der Berliner Chaussee, der Neubau einer Mehrzweckhalle und die Ertüchtigung eines Gebäudes, das der Stadt nicht gehört.

Elbe-Pareys Bürgermeisterin und Vorsitzende des Tourismus Nicole Golz.
Elbe-Pareys Bürgermeisterin und Vorsitzende des Tourismus Nicole Golz.
Foto: Nadine Hänsch