Hohenbellin l Das Tor zur Welt in Hohenbellin hat keine Abfahrtszeiten mehr. Zu mindestens sind sie für Fahrgäste, die an der Haltestelle mitten im Ort den Bus nehmen wollen, nicht sichtbar. Die Tafel mit dem Fahrplan wurde von der Straße, hin zur abschüssigen Wiese gedreht. „Wer so etwas macht“, schüttelt Wulkows Ortsbürgermeister Gerd Bunjes den Kopf.

Das Thema Vandalismus kam in der letzten Bürgersprechstunde auf die Tagesordnung und mancher Bürger machte sich Luft. Hohenbellin scheint hier im Mittelpunkt der blinden Zerstörungswut zu stehen. Denn auch die Scheibe des Aushangkastens an der Bushaltestelle wurde in den letzten Monaten schon mehrmals zerschlagen. Mitteilungen, Termine oder Notrufnummern sind dem Wetter ausgesetzt und für die Bürger nicht einsehbar.

Hohenbellin zieht Zerstörungswut an

Dazu komme die Gefahr, die durch Glasscherben ausgehe, für Autoreifen an der nahen Fahrbahn als auch für Bürger zu Fuß oder mit dem Rad. Der Ortschef ließ schon zum zweiten Mal eine neue Scheibe anbringen, die „nicht lange hielt.“

Bunjes hat die Regelverstöße sofort und konsequent angesprochen, die Bürger kennen die Verursacher, mit den Eltern wurde auch schon geredet: „Dennoch geschieht es immer wieder.“

Streiche sind keine Kleinigkeiten

Sachbeschädigung von öffentlichen Einrichtungen, dazu zählen auch Bushaltestellen, sind keine Kleinigkeit, so Ortschaftsrat Joachim Warschau, wenn alles Reden nicht helfe, müsse halt angezeigt werden.“ Meist sind es Kinder und Jugendliche, die aus der Gruppe heraus, privates Eigentum oder öffentliche Einrichtungen zerstören, so sagen es die Informationen der Polizeilichen Kriminalprävention auf ihrer Webseite.

Dabei sind auch kleine Streiche, etwa zu Halloween, schnell dabei, als Sachbeschädigung zu enden und man muss mit einer Anzeige rechnen. In diesen Zusammenhang könnte das Verdrehen der Fahrplan-Information gesetzt werden. Als Streich geplant und ausgeführt, lässt sich die Tafel nicht mehr zurückdrehen.

Nicht wegschauen

Christian Piesker aus Hohenbellin nahm sich der Tafel an und wollte den Missstand beenden. „Ich stieg aus meinem Auto, um die Tafel wieder neu auszurichten, doch es gelang mir nicht.“ Zu fest sei der Pfeiler verankert und er fragt sich, was für Kräfte da gewirkt haben müssen, um die Fahrplanauskunft zu verdrehen. Gerade ältere Menschen fahren mit dem Bus, so sagt er, und die müssten jetzt den festen Weg verlassen, um einen Blick auf die Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel zu erhaschen.

Piesker hofft, dass die Hohenbelliner nicht wegschauen, denn solch Taten dürfen sich nicht verfestigen. Auch Ortschef Bunjes hofft auf Bürgermut und wünscht sich, dass Eltern mit ihren Kindern sprechen – über den Nutzen der Einrichtungen und, „dass die Reparatur von uns allen bezahlt wird.“

Illegal abgeladener Müll als Problem

Eine andere Form von Vandalismus kam ebenfalls zur Sprache: das illegale Abladen von Müll. An den Rainen der Feld- und Waldwege wird immer wieder Bauschutt und Sperrmüll, selbst Haushaltsmüll in blauen Säcken, entsorgt. Hier zeigen die Wulkower Eigeninitiative und beseitigen die Ärgernisse selbst. Letztlich sei es eine Zerstörung der Landschaft, so die Mitglieder des Ortschaftsrates und „auch die gehe uns alle etwas an.“

Vandalismus und Zerstörungswut erregen nicht nur in Wulkow die Gemüter. In anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde Jerichow sind sie desgleichen Stein des Anstoßes. So brachen im letzten Jahr Unbekannte einen Stromverteilerkasten am Rand des Redekiner Parkes auf.