Schopsdorf l Was eigentlich als erste Sprechstunde des neugewählten Ortsvorsteher angekündigt war, nutzte Nils Rosenthal am Montagabend, um den scheidenden Ortschaftsrat mit Angela Schwarzlose an der Spitze in der Alten Schule zu verabschieden.

Selbstzufriedenheit machte sich dabei nicht breit. Es wurde ein nachdenklicher Abschied. Denn Angela Schwarzlose blickte nur mit verhaltenem Optimismus auf die vergangene Wahlperiode zurück. „Auch wir hatten Träume, als wir antraten, die aber schnell an finanziellen Vorgaben gescheitert sind. Wir mussten um jede Gießkanne bei der Stadt betteln“, sagte sie und wurde durch Claudia Borschinsky spontan ergänzt: „... die wir dann aber auch nicht bekamen“.

Schwarlose sieht Schopsdorf auf gutem Weg

Der Ortschaftsrat habe sich dennoch erfolgreich bemüht, den Kontakt zu den Vereinen aufrechtzuerhalten und habe es geschafft, Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu organisieren. Auch wenn es bei jeder Angelegenheit im Dorf immer wieder um das liebe Geld und ums Einsparen gegangen wäre. Allen Schwierigkeiten zum Trotz sieht Schwarzlose Schopsdorf trotzdem auf einem guten Weg. Um den weiter fortzusetzen, bot sie der neuen Dorfspitze die Unterstützung des alten Ortschaftsrates an. „Macht euch dafür stark, dass es in Zukunft nicht schlechter wird. Das sollte unser Ziel sein“, appellierte sie an Nils Rosenthal und Jan Michelmann.

Es sei unglücklich, dass Schopsdorf von einem Ortschaftsrat nun auf einen Ortsvorsteher zurückfiele, ließ die scheidende Ortsbürgermeisterin die jüngsten kommunalpolitischen Ereignisse Revue passieren, die nicht gut für den Ort gelaufen sind. Nils Rosenthal versicherte daraufhin, dass er sich als neugewähltes Stadtratsmitglied der Grünen-Fraktion für einen Antrag auf Änderung der Hauptsatzung der Stadt Genthin stark machen würde, die die Wahl eines Ortschaftsrates in Schopsdorf dann wieder ermögliche. Ein solcher Antrag könne möglicherweise bereits im Verlauf des Jahres erarbeitet werden, strahlte Rosenthal Zuversicht aus.

Option verpasst

Eine Änderung der Kommunalverfassung Sachsen-Anhalts, wonach den Dörfern mit weniger als 300 Einwohnern die Entscheidung überlassen wird, ob sie Räte oder Vorsteher wählen wollen, hätte in Schopsdorf bei den vergangenen Kommunalwahlen greifen können. Diese Option wurde vertan, weil die Hauptsatzung der Stadt Genthin durch den Stadtrat nicht dahingehend geändert wurde. Wobei die Schopsdorfer sich stets für einen Ortschaftsrat ausgesprochen haben.

Neben Schopsdorf wird auch der Ort Fienerode durch einen Ortsvorsteher vertreten. Paplitz erreichte zum Stichtag der Wahlen die 300-Einwohner-Grenze und konnte auch ohne eine Änderung der Hauptsatzung einen Ortschaftsrat wählen.