Genthin l Das Interesse am geplanten Veranstaltungszentrum „Perle“ ist ungebrochen. Auch die letzte von vier Ideenwerkstätten war rege besucht. Unter den Teilnehmern: Mitglieder von Vereinen, Anwohner, aber auch Vertreter der Verwaltung und des Stadtrates. In den vergangenen Sitzungen wurden eine Reihe von Vorschlägen zusammengetragen, die bereits in ein Arbeitspapier für die Verwaltung eingegangen sind.

Vorschläge gesammelt

Dazu gehören die Wünsche nach einem Gebäude mit Sanitär- und Küchenbereich, einem rund 750 Quadratmeter großer Saal mit moderner Licht- und Tontechnik sowie Raum für 400 Plätze in Reihenbestuhlung oder 300 Plätzen an Tischen. Außerdem solle die Bühne zehn Meter breit und acht Meter tief sein. Mindestens vier Garderoben solle es geben und die Tische und Stühle sollten unbedingt stapelbar sein. Neben diesen praktischen Vorschlägen, die besonders die Nutzung durch die Kulturvereine bei Veranstaltungen betreffen, gab es auch Hinweise von Anwohnern, die in die Unterlage eingearbeitet wurden.

Sie wünschten sich einen Schall- und Lärmschutz und das die Jahnstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt wird. Auch solle es einen Ansprechpartner geben, der für das Gebäude zuständig ist. „Das sind noch nicht die Dinge, die am Ende auch gemacht werden, sondern Vorschläge, die in das Arbeitspapier für die Verwaltung eingegangen sind“, machte Fachbereichsleiterin Alexandra Adel bereits zu Beginn der Veranstaltung deutlich.

Vereine mit Wünschen

Dieses Sammeln von Hinweisen, Wünschen und Ideen sei bis zu einem gewissen Grad auch eine Fantasiereise, auf die man sich begebe. Die Mitglieder des Genthiner Carnevalsclub, Carnevalsclub Waschmittelwerk, Amateurtheater, Musikexpress, Blasorchester und Handwerkermännerchor haben unter anderem bereits Unterlagen mit Vorschlägen eingereicht.

„Wir wollen damit die Bedarfe feststellen, die es gibt und die bei einer späteren Abwägung des Machbaren berücksichtigt werden sollen.“ Bis zum 31. August können weitere Vorschläge unterbreitet werden, danach erarbeitet die Verwaltung eine Beschlussvorlage für die Ausschüsse und den Stadtrat.

Stadtrat entscheidet

Dort solle im Dezember über den eigentlichen Bedarf entschieden werden. „Gibt es eine Möglichkeit mit den Stadträten über Korrekturen zu sprechen?“, wollte diesbezüglich gat- und GCC-Mitglied Manfred Göbel wissen. „Wenn die Entscheidung gefallen ist, lässt sich daran nichts mehr ändern“, machte FDP-Stadtrat Wilmut Pflaumbaum deutlich. Der Stadtratsvorsitzende Gerd Mangelsdorf bot an, dass es im Vorfeld Gespräche zwischen Stadträten und Kulturschaffenden geben könnte.

„Wir sind gefragt worden, ob wir es uns vorstellen können, in das neue Gebäude umzuziehen“, berichtete der Leiter des Jugendhauses Thomas Morus André Eikel. Sollte man dies tun, müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So müsste das Jugendhaus mindestens 300 Quadratmeter ganz für sich haben. Dazu gehöre ein eigener Eingang, ein eigener Sanitär- und Küchenbereich, mehrere Räume für die offene Jugendarbeit sowie zwei Büros. Vorteil sei, so Eikel, dass in unmittelbarer Umgebung sowohl ein Spiel- als auch ein Sportplatz vorhanden seien.

Ständige Mensanutzung

Mit dem Jugendhaus in der „Perle“, würde sich die Nutzung des Gebäudes durch junge Leute fortsetzen. Denn seitens der Stadt ist fest geplant, dass das Haus werktags für die Schulspeisung von Bismarck-Gymnasium und Grundschule Stadtmitte genutzt werden soll. Wie wichtig dieser Standort wäre, machte Lehrerin Angela Stölting deutlich. Die Situation der derzeitigen Schulspeisung in den Kellerräumen von Haus II des Gymnasiums sei mehr als ungünstig.

Für viele Schüler besonders der höheren Klassen, die in Haus I unterrichtet werden, sei es kaum möglich, innerhalb der Pausenzeit in Ruhe zu essen. Mit der neuen Mensa könne eine angemessene Pausenversorgung generiert werden. Rund 340 Schüler aus dem Gymnasium und der Grundschule sollen in dem neuen Gebäude zu den Mahlzeiten einkehren. Wie diese Versorgung letztlich aussehen wird, ist noch nicht geklärt. Dass die komplette Versorgung vor Ort frisch zubereitet wird, schloss Alexandra Adel aus. „Es ist eine Küche, in der Kleinigkeiten zubereitete werden sollen.“

Vorschläge einreichen

Sollte sich ein Caterer finden, der den Küchenbereich übernehmen wolle, würde man Gespräche führen. Die Nutzung des Gebäudes als Mensa stieß bei den meisten Anwesenden auf große Zustimmung, allerdings wurde auch diesmal die Standortfrage aufgeworfen. „Die Verwaltung sollte überlegen, ob es nicht ein Objekt in der Stadt gibt, dass als Kulturgebäude genutzt werden kann“, wagte Lisa Wolf, Linken-Stadträtin und gat-Mitglied, einen Vorstoß. Sie plädierte erneut für eine strikte Trennung zwischen Mensa-Gebäude und Veranstaltungshaus, da sich ihrer Meinung nach die verschiedenen Nutzungen entgegen stünden und nicht praktikabel seien.

Mit dem Hinweis, dass noch Vorschläge unterbreitet werden können, entließ Fachbereichsleiterin Alexandra Adel die Anwesenden aus der Sitzung. Bis zum 31. August können weitere Vorschläge bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Für Rückfragen stehen die Mitarbeiter der Stadt per E-Mail: stadtverwaltung@stadt-genthin.de oder telefonisch unter 039 33/876 200 zur Verfügung.