Genthin/Burg l Nun hat auch der Landkreis Jerichower Land seinen ersten echten Coronafall. Ein 70-jähriger Mann aus Burg ist nach einer Italienreise positiv getestet worden. „Er hatte zunächst keine Symptome gezeigt, sich dann aber doch an seine Hausärztin gewandt“, sagte Amtsarzt Henning Preisler am Freitag in einem Pressegespräch. Neben seiner Ehefrau sind noch zehn weitere Kontaktpersonen im Zusammenhang mit dem Fall in häuslicher Quarantäne.

Kreisverwaltung vorbereitet

Während des Pressegesprächs lief die Pressekonferenz der Landesregierung, in der Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bekannt gab, dass ab Montag alle Schulen und Kindereinrichtungen im Land geschlossen werden. Darauf war man in der Kreisverwaltung allerdings schon vorbereitet. „Wir werden über das Wochenende Handlungsempfehlungen ausarbeiten“, sagte Beigeordneter Thomas Barz. Auch soll vom Gesundheitsamt eine Hotline eingerichtet werden, um bei Fragen zur Kinderbetreuung weiterzuhelfen.

Das Amt werde um sieben bis zehn Personen aus anderen Bereichen der Verwaltung aufgestockt, um Unterstützung zu leisten, kündigte Barz an. Die würden allerdings nicht für medizinische Fragen zuständig sein. Bei Symptomen solle ohne hin die Rufnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung zurate gezogen werden.

Stadt Genthin informiert am Wochenende

Die Stadt Genthin ist dabei, sich auf die geplanten Kita- und Schulschließungen vorzubereiten. Am Sonnabendvormittag kommt der Krisenstab unter der Leitung von Bürgermeister Matthias Günther zusammen. Dann wird gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern das weitere Vorgehen besprochen.

Danach folgen Gespräche mit Kita- Hort- und Schulleiter. „Wir werden über die Ergebnisse auf unserer städtischen Internetseite informieren“, kündigte Matthias Günther an. Man werde umgehend nach den Sitzungen Informationen für alle Betroffenen vorbereiten und zur Verfügung stellen.

Weitere Genthiner Veranstaltungen abgesagt

Wie ein Wirbelsturm zieht die Corona-Krise auch weiterhin breite Schneisen durch den Veranstaltungskalender in Genthin. Heute entfällt die Mini-Meisterschaft der DLRG in der Genthiner Schwimmhalle. Die Schwimmhalle steht nun der Öffentlichkeit für den üblichen Schwimmbetrieb zwischen 10 und 16 Uhr zur Verfügung. Eine Bewertung habe ergeben, dass die möglichen Gefahren für die Bevölkerung als gering einzuschätzen seien.

Die Mitglieder des Genthiner Amateurtheaters (Gat) werden am Nachmittag nicht in Kade auf der Bühne stehen. „Über die Gründe brauchen wir nicht viele Worte verlieren“, sagt Eckhard Neumann vom Gat. „Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben, die bereits erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit.“

5 Jahre DJ Bülow findeet statt

Eine Veranstaltung, die stattfinden soll, ist die Party „5 Jahre DJ Bülow“ in der Diskothek „Gleis 1“ am heutigen Abend. Wie mit den aktuellen Auflagen für Veranstaltungen umgegangen wird, stand gestern Mittag noch nicht fest. Die kommende Woche steht unter dem Zeichen der Veranstaltungsabsagen. Im Zuge der Absagen in der Stadt- und Kreisbibliothek entfällt am Montag der Bildungstreff. Auch die Zusammenkunft des „Stadtverbandes der Gartenfreunde Genthin am 23. März.

„Die Tagesordnung wird dann zur Sommersitzung am 17. Juli abgearbeitet“, kündigt der Vorsitzende des Stadtverbandes Reimar Porrini an. Daneben werden auch alle kleineren Angebote wie das Kinderbasteln, die Tabletstunde und das Bilderbuchkino nicht stattfinden.

Infoabend in Schopsdorf entfällt

In der kommenden Woche sollte eine Informationsveranstaltung der Avacon zum Thema „Wasserstoffanreicherung“ in Schopsdorf stattfinden. Auch diese gibt es nicht. „Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat sich Avacon dazu entschlossen, nicht betriebsbedingt erforderliche Veranstaltungen abzusagen“, teilt Sprecherin Cornelia Hinkel mit. Zu diesen Veranstaltungen würde auch die beabsichtigten Bürger-Informationsveranstaltungen zum Innovationsprojekt „Beimischung von Wasserstoff im Erdgasnetz“ zählen.

Der Energiekonzern wolle mit der jetzigen Absage seiner besonderen Versorgungsaufgabe gegenüber der Gesellschaft gerecht werden. „Wir wollen die Risiken in Zusammenhang mit der Verbreitung des Corona-Virus so gering wie möglich halten, um die Arbeitsfähigkeit sicherzustellen.“