Genthin l Alle Jahre wieder gibt es nach den Weihnachtsfeiertagen ein großes Hallo, Abklatschen und Umarmen am Eingang zur Sport- und Schwimmhalle an der Berliner Chaussee. Alle Jahre wieder trifft sich dann die große Genthiner Volleyball-Familie zu ihrem traditionellen Mix-Turnier unter dem Motto „Ran ans Netz - der Speck muss weg!“.

Turnier startete in kühler Halle

Doch die Freude blieb zunächst einmal getrübt, denn in der Drei-Felder-Halle war es bei Ankunft der Volleyballer erst einmal unangenehm kühl, alle Heizkörper waren nur lauwarm. Hintergrund: Die große Spielhalle war nach dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien am 19. Dezember auf einen Sparmodus herunter gefahren und wurde trotz Nutzungsvereinbarung mit dem Genthiner Volleyball Verein (GVV) nicht wieder auf Touren gebracht.

Der Veranstalter musste so den Bereitschaftsdienst der Stadt bemühen, der wiederum eine Firma beauftragte. Letztlich konnte ab 11 Uhr der Heizkessel nicht nur das Schwimmbad, sondern auch die Spielhalle mit Wärme versorgen. Die 70 Volleyballer musste so an den Heizkörpern ihre Hände wärmen, bevor es aufs Spielfeld ging.

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Ausgeglichene Mannschaftsstärke

Dennoch hatten die Spieler ihre Schwierigkeiten. Theresa Lange konnte beispielsweise in den ersten Minuten des Spiels wegen kalter Hände keinen Ball annehmen.

Vor der Eröffnung standen Nadine Schulz, Sabine Nickl und Thilo Voigt jedoch erst einmal vor der schwierigen Aufgabe, möglichst zehn ausgeglichene Mix-Teams zusammenzustellen. Dabei sind Alter, Spielstärke und Geschlecht zu berücksichtigen. So kam es, dass zum Beispiel zwei Töchter der Volleyball-Familie Werner aus Genthin auf verschiedene Teams aufgeteilt wurden oder der ehemalige Jugendspieler Sven Belinski, der seine Freundin aus Essen mitbrachte, ihr dann am Netz gegenüberstand.

Besondere Regelarien

Josefine Habryka brachte auf der Gegenseite ihren Ehemann Philipp mit ihren Schmetterbällen in Schwierigkeiten. Dabei versöhnte die Freunde an der Bewegung alle Beteiligten.

Die vereinsinternen Spielregeln erlauben nur den weiblichen Teilnehmern Angriff-und Blockaktionen aus dem Sprung auszuüben. Daraus resultierte, dass die männlichen Mitspieler so oft wie möglich ihren Frauen zuspielten, damit sie den Punktgewinn erzielten.

"Ausgefallener" Auftritt

Nadine Schulz stöhnte nach vier Spielen mit deiner Spielzeit von dreieinhalb Stunden: „Wir Frauen werden morgen nur mit Mühe die Treppenstufen bewältigen können!“

Einen „ausgefallenen Auftritt“ hatte bei dem Turnier Ralf Pfeiffer, Fischhändler aus Tucheim, der sich nach mehreren Jahren Abstinenz wieder der Volleyball-Gemeinschaft anschloss.

Vor dem letzten Spiel seines Teams musste er eilig die Sporthalle verlassen, um pünktlich einen Kunden mit einem Silvesterkarpfen zu beliefern.

Der Heimat verbunden

Das Volleyballturnier war auch im Jahr 2018 wieder ein besonderes Sportereignis. Nicht zuletzt deshalb, weil sich Regional-Spieler wie Johannes Sülldorf (PTSV Aachen) und Fabian Lübke (USC Magdeburg) wieder ganz in den Dienst des Teams stellten.

Hier zeigte sich die nicht abreißende Heimatverbundenheit, denn beide Spieler haben ihre ersten Schritte als Sportler einst in Genthin gemacht. Für ihn seien diese Turniere in der alten Heimat immer etwas Besonderes, hatte Johannes Sülldorf der Volksstimme gegenüber wiederholt geäußert.

Überhaupt gab es am Ende des Veranstaltungstages nur zufriedene Gesichter mit einer versöhnlichen Ankündigung: „2019 wird die Halle wärmer sein“, versprach GVV-Chef Thilo Voigt, der bei der Siegerehrung für alle zehn Teams eine kleine Belohnung parat hatte.