Genthin l Die Bündnisgrünen wollen, das machten sie in einer Pressemitteilung deutlich, auch ohne eigenen Bewerber in der Bürgermeisterwahl mitmischen.

Bisher drang nicht nach außen, dass ihr Frontmann Lutz Nitz ein einstimmiges Votum zum Bürgermeisterkandidaten durch die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes nach einer Bedenkzeit ausgeschlagen hat. Nils Rosenthal, Kreisvorsitzender der Grünen, bedauerte diese Entscheidung. „Wir waren uns sicher, dass Nitz mit seinen fast 30-jährigen kommunalpolitischen Erfahrungen und mit seinem persönlichen Einsatz für seine Stadt und die Ortschaften der Richtige gewesen wäre.“

Nitz, der von vielen Genthinern unter der Hand als möglicher  Bürgermeisterkandidat gehandelt wurde, gab in der Presseerklärung zu bedenken, dass das Bürgermeisteramt „langfristig und nachhaltig“ besetzt sein müsse. „Ich habe großen Respekt vor dem Bürgermeisteramt und der Verantwortung für die Stadt Genthin einschließlich  ihrer Ortschaften.“ Nitz, 61 Jahre alt, hätte laut eigener Aussage aus Altersgründen nur eine Wahlperiode ausfüllen können.

„Bei den jetzigen Bewerbern kristallisiert sich ein Favorit für mich und uns Grüne heraus, so dass ich meine Nominierung des Ortsverbandes zurückziehen konnte“, erklärte  Nitz in der Pressemitteilung.
Kreisvorsitzender Nils Rosenthal wurde deutlicher: „Wir werden jetzt auf einige Bewerber zugehen und uns zur gegebenen Zeit erklären, wem unsere Wähler und Sympathisanten ihr Vertrauen entgegen bringen sollten. Wichtig ist, dass der Bewerber nicht nur mit dem Kopf in Genthin und seinen Ortsteilen ist, sondern auch mit dem Herzen.“

Klare Schnittmengen

Rosenthal formuliert in der Pressemitteilung, dass die Grünen die kommunalpolitische Erfahrungen von Günter Sander und Lutz Nitz als Stadträte im Stadtrat nutzen würden, um einen geeigneten Kandidaten zu favorisieren.

Für die Unterstützung eines Bürgermeisterkandidaten definieren die Grünen klare Schnittmengen.

Sie distanzieren sich in ihrer Pressemitteilung von einer Politik des „Weiter so“. Sich nur an Finanzen zu orientieren, sei im Verständnis der Grünen der falsche Weg. „Eine Stadt, die leben will, darf sich nicht tot sparen und die Einwohner mit Steuererhöhungen zu belasten, geht auch nicht ständig“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die gesamte Stadtentwicklung mit ihrer Infrastruktur und den freiwilligen Leistungen, so eine Kernforderung der Grünen, müsse sich dringend den sich in den letzten Jahren veränderten Gegebenheiten anpassen. Trotz der Haushaltsturbulenzen der vergangenen Jahre sehen die Grünen in Krediten ein zwar riskantes, aber probates Mittel, Investitionen zu generieren, um eine Stadt wie Genthin langfristig und nachhaltig lebenswert zu gestalten. Viele Kommunen in Deutschland seien diesen Weg mit dem erforderlichen Augenmaß erfolgreich gegangen, so Rosenthal.