Genthin l Er habe sich die Entscheidung, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, nicht leicht gemacht, versicherte ein gut vorbereiteter und eloquenter Frank Müller in der Presserunde.

Freilich hätten ihn Zweifel begleitet, doch seine tiefe Verwurzelung in Genthin, vor allem als Vereinschef, Kampfsport-Trainer und Unternehmer, hätten ihn in seiner Entscheidung bestärkt. Frank Müller, das machte er bei seiner Vorstellung deutlich, will bei seiner Wählerschaft vor allem mit dem Pfund seiner Erfahrungen als langjähriger Unternehmer und Ur-Genthiner punkten.

Parteilos

Ein Bürgermeister, sagte Frank Müller, solle nach seinem Dafürhalten keiner Partei angehören. Es hieße so schön „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“, da wäre es schon besser, parteilos zu sein.

Die Ankündigung, sich zur Wahl um das Bürgermeisteramt zu stellen, verband Müller mit einem eindringlichen Plädoyer für seine Heimatstadt Genthin.

Negativschlagzeilen in den vergangenen Wochen wie zum Beispiel die Krankenhausschließung oder die Diskussion um Natura 2000 hätten dazu geführt, dass Kaufinteressenten zögern oder auf den Verkauf ihrer Immobilien drängen, weil sie nicht die Entwicklung Genthins absehen könnten, gab Müller seine geschäftlichen Erfahrungen wieder.

Die Stadt brauche deshalb für ihre Entwicklung einen roten Faden, ein echtes Konzept, das überschaubar und verlässlich für jeden ist.

Positiv

Frank Müller warb leidenschaftlich dafür, dass Genthin sein Negativimage abstreifen sollte. Man sollte in Genthin lernen, nicht allen Prozessen hinterherzulaufen, sondern selbst vorausschauend zu agieren. Statt negativ müsse in Genthin positiv gedacht werden. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und an unseren Schwächen arbeiten“, formulierte Müller sein Wahlcredo.

In einer Kleinstadt wie Genthin sei Lebensqualität gefragt. Was nutze ein Neubaugebiet, für das sich keine Familie verschulden wolle. Dafür brauche sie Sicherheiten wie Arbeitsplätze, Infrastruktur, Kitas und Schulen.

Sparsam

Frank Müller bescheinigte Bürgermeister Thomas Barz (CDU), die Genthiner Finanzen wieder geordnet zu haben. Sparen bringe dabei nicht immer Beifall. Trotzdem müsse ein Bürgermeister den Blick dabei für die Befindlichkeiten der Bürger behalten, die von sich sagen, keinen Anteil an der Verschuldung der Kommune zu haben. Auch der nächste Bürgermeister wird einen Sparkurs fahren und Geldquellen erschließen müssen. „Alles andere wäre Augenwischerei.“

Für ihn als Bürgermeister habe Wirtschaftsförderung und Wirtschaftspflege allerhöchste Priorität. Die Ansiedlung von Unternehmen sei für ihn Chefsache. Investoren und Käufer für Genthin zu gewinnen, räumte Müller allerdings aus eigenem Erfahren ein, sei schwierig. Er höre oft von Interessenten, dass es zu riskant sei, in einen preiswerten Standort wie Genthin zu investieren, in dem es keine Arbeitskräfte gibt. Stadt und Bürgermeister hätten deshalb die Weichen dafür zu stellen, dass es sich zukünftig lohne, hier zu bleiben.

Darüber hinaus bekannte sich Müller zu einer engen Zusammenarbeit mit den Ortsteilen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Genthin der Hegemon sei. Ein solcher Eindruck habe sich bei ihm mit der Zentralisierung des Bauhofes aufgetan.

Der Bewerber um das Bürgermeisteramt sprach sich außerdem dafür aus, die Vereine stärker als bisher in das öffentliche Leben einzubinden und ihnen eine noch größere Wertschätzung entgegenzubringen.

Für die SPD geht Alexandra Adel (parteilos) ins Rennen, die CDU nominierte den Genthiner Andreas Buchheister. Adrian Frenzel (parteilos) will wie Frank Müller als Einzelbewerber für das höchste Amt der Stadt kandidieren.