Genthin l Die Kandidaten persönlich kennenlernen, ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu sitzen, das zog am Donnerstagabend ein großes Publikum in das Stadtkulturhaus. Die acht Bewerber mussten beim Wahlforum von Volksstimme und Stadt mehr Inhalte bieten, als sie bisher in Flyern, auf Plakaten und in Vorstellungsbeiträgen den Wählern angeboten haben.

Aktuelle Themen in der Diskussion

Alexandra Adel (Kandidatin der SPD), Lars Bonitz (parteilos), Andreas Buchheister (CDU), Matthias Günther (parteilos), Sebastian Löbel (parteilos) Frank Müller (parteilos), Christian Piesker (AfD) und Heike Seidel (parteilos) versuchten, so die Wähler für sich einzunehmen.

Dreh- und Angelpunkt waren solche Themen wie die medizinische Versorgung, das Stadtkulturhaus 2.0, Förderung es Ehrenamtes, die Wirtschaftsförderung, aber auch das Verhältnis zu den Ortschaften. Die Kandidaten bemühten sich mit unterschiedlichem Erfolg um Abgrenzung von Mitbewerbern.

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Erfahrungen und Ziele

Frank Müller definierte sich als Kandidat über seine Erfahrungen als Unternehmer, der Wirtschaftsförderung als Bürgermeister zur Chefsache erklären will. Als einziger Kandidat warb er darum, auf die LFD zuzugehen und sie nicht als Steuerzahler zu verlieren. Andreas Buchheister wusste eloquent seine Erfahrungen als Stadtrat zu nutzen. Er sprach sich dafür aus, den von Bürgermeister Thomas Barz (CDU) eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und kündigte an, für den Bau des Stadtkulturhauses 2.0. zu stimmen.

Lars Bonitz hob darauf ab, die Genthiner aus dem Pessimismus zu reißen. Er überraschte mit der Aussage, dass der Eigentümer des Stadtkulturhaues einer Verlängerung der Nutzung um zwei bis drei Jahre über das Jahr 2021 hinaus zugestimmt habe und so der Übergang zur Perle, falls ihre Fertigstellung sich verzögert, zeitlich nicht unterbrochen wird.

Stadtkulturhaus heiß diskutiert

Sebastian Löbel (parteilos) warnte beim Projekt Stadtkulturhaus vor einem Schnellschuss und plädierte für einen „vernünftigen, durchdachten Plan“. Er wolle keine Versprechungen machen, die er nicht halten könne. Christian Piesker (AfD), sagte, dass er den Abriss des Stadtkulturhauses nicht verstehen könne, gegen diesen Bau habe er nichts einzuwenden. Er versuchte, seine Erfahrungen aus Berlin auf Genthin herunterzubrechen. Heike Seidel bekräftigte, dass sie einen Neubau als Prestigeobjekt ablehne.

Matthias Günther (parteilos), verstand es, durch eine sehr gute Vorbereitung neben den kommunalpolitisch erfahrenen Mitbewerbern als „Quereinsteiger“ kompetent mitzudiskutieren. Als einziger unterbreitete er konkrete Vorstellungen zur medizinischen Versorgung in Genthin.

Alexandra Adel (Kandidatin der SPD) formulierte ihre Antworten knapp und lupenrein. Auf die abschließende Frage, was sie für das Amt des Bürgermeisters befähige sagte sie selbstbewusst: „Weil ich die einzige Bewerberin mit den fachlichen Voraussetzungen bin und Frauen anders an die Dingen herangehen.“