Schopsdorf l Die Wölfe haben in der Gemarkung Schopsdorf wieder zugeschlagen. Diesmal war ein kapitaler Schaufler ihr Opfer. Revierpächter Bodo Strehlau war fassungslos, als er kürzlich in den frühen Morgenstunden in sein Revier gerufen wurde und das tote Tier sah.

Landwirte hatten in unmittelbarer Nähe zum Ortsrand von Schopsdorf einen toten Damhirsch entdeckt. Der Schaufler vom mindestens 8.-Kopf war in der Nacht augenscheinlich von mehreren Wölfen gerissen worden. Das Besondere, und damit auch das Erschütternde daran ist, dass der Beutezug der Isegrimme gerade einmal 80 Meter vor den Häusern des Ortes endete.

In typischer Wolfsmanier, so berichtete Bodo Strehlau, wurde der kapitale Schaufler mit einem Drosselbiss getötet. Der Todeskampf des Tieres muss längere Zeit gedauert haben, da im weiteren Umfeld Spuren des Kampfes zu sehen waren. Der Hirsch wurde von den Wölfen über 30 Meter in Richtung Ortsrand geschleift und dann auf einem Buchweizenfeld gefressen. Typisch für einen Wolfsriss wurde der Weidsack aus dem Wildkörper gerissen und von den Wölfen verschmäht.

Der Kapitale war Pächter Bodo Strehlau bekannt. Er stand in einem losen Rudelverband von sechs Hirschen (der Kapitale, drei Spießer, ein Knieper und ein Halbschaufler) seit längerer Zeit in seinem Revier. Außer einem Achselzucken und hilfloser Resignation war dem passionierten Jäger nur folgender Kommentar zu entlocken: „Wenn das so weiter geht, steht das gesamte Jagdsystem auf dem Spiel. Was nützen Reviersystem, Jagd- und Schonzeiten, Abschussrichtlinien und Hegerichtlinien, wenn der Wolf das Ganze durchbricht. Ihm ist es egal, ob er das Muttertier vor dem Kalb reißt. Es ist ihm auch egal, ob es wie hier ein hochvitaler oder ein kranker Hirsch ist. Er nimmt alles, was er kriegen kann. Damit ist für die Zukunft die hegerische Einflussnahme der Jäger auf den Wildbestand als absurdum geführt.“

Eine Entschädigung erhält der Jäger nicht, weil der Hirsch kein Nutztier ist.