Genthin l Immer wieder Waldbrände, immer wieder Brandstiftung. Tausende Quadratmeter Wald bei Jerichow und Genthin sind in den vergangen Wochen vom Feuer erfasst worden. Brandstifter sind zum Schreckgespenst dieses Hitzesommers geworden.

Wieder hatte ein Brandstifter seine Hände im Spiel, als in der vergangenen Woche in Genthin 71 Feuerwehrleute insgesamt sechs Stunden im Einsatz waren, um Brände an der Rathenower Heerstraße und am Mahnmal an der B 1 zu löschen.

Auf 3000 Quadratmetern wütete das Feuer im Bereich des Mahnmals. Nur wenige Kilometer entfernt, in Genthin-Wald, waren es wenige Wochen zuvor 1,85 Hektar, die ein Zündler in Brand gesteckt hatte.

Mehr als 15 Brände hatte ein Brandstifter in Jerichow bis Anfang August gelegt und hielt damit die Feuerwehr in Atem.

Das jüngste Brandgeschehen legt Parallelen zwischen den Waldbränden in Jerichow und Genthin zumindest nahe.

„Inwiefern es Verbindungen zwischen den Bränden gibt, kann ich nicht sagen“, reagiert Cordula Gobel, Pressesprecherin des Polizeireviers Jerichower Land, zurückhaltend auf eine Anfrage der Volksstimme.

Die Polizei hatte einen Tag nach den Bränden an der Heerstraße und am Mahnmal offiziell von Brandstiftung gesprochen. Derzeit seien die genauen Ursachen des Brandausbruchs in Genthin noch nicht geklärt, antwortete die Pressesprecherin jetzt. Im Hinblick auf laufende Ermittlungen werde sie keine weiteren Angaben zu machen.

Ermittlungen zu Jerichow halten an

Waldbrände, die von Brandstiftern gelegt werden, sind leider nichts Ungewöhnliches mehr, sagt Genthins Stadtwehrleiter Achim Schmechtig. Auffällig sei in diesem Jahr allerdings die Lage der Brandstellen, die sich fast ausnahmslos in nördlicher bzw. nordwestlicher Richtung von der Kernstadt Genthin befinden. Es hätte in diesem Jahr nur einen Ausreißer, einen Brand im Eichenweg in Genthin-Süd, gegeben.

Die Ermittlungen zur Jerichower Brandserie hielten Cordula Gobel zufolge nach wie vor an. Es habe Resonanz auf die Auslobung einer Belohnung in Höhe von 2000 Euro für sachdienliche Hinweise, die dem oder die Täter überführen, gegeben, räumte die Pressesprecherin ein. Doch der entscheidende Tipp, der zum Brandstifter führt, war nicht dabei.

Bei einigen Bränden um Jerichow hatte der Brandstifter Brandsbeschleuniger benutzt. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sie zu den Begehungsmustern keine weiteren Angaben machen, sagte Gobel. Nach wie vor sei die Polizei sowohl offen als auch verdeckt unterwegs.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der oder die Täter aufgrund des Aufrufes in den Medien zurückgezogen haben.

Das würde erklären, dass der Feuerteufel in den vergangenen zwei Wochen in der Region Jerichow nicht mehr unterwegs war.