Parey l Gutes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und das passende Wetter waren die Zutaten für die Wanderung anlässlich der „Stunde der Wintervögel“, zu welcher der Naturschutzbund Kreisverband Jerichower Land jüngst einlud. Treffpunkt war ein Parkplatz in der Nähe von Gladows Loch, von dort aus ging es los – Ziel der Wanderung war das Zerbener Kieswerk.

Austausch der Teilnehmer

Viele Teilnehmer hatten ihr eigenes Fernglas mitgebracht, um die Vögel um sich herum besser beobachten zu können. Der Weg erstreckte sich über die Wiese zum Zerbener Kieswerk, zurück am Rand des ehemaligen Elblaufes an der Pareyer Siedlung. Dort blieb nicht nur Zeit für den Blick über die Weite der Landschaft an den Deichen – das Treffen bot den Naturfreunden auch reichlich Gelegenheit, sich auszutauschen

Auch beim Nabu hat die Digitalisierung Einzug gehalten: Über eine bestimmte Software wird die „Stunde der Wintervögel“ erfasst. Während der gesamten Wanderung, die eineinhalb Stunden dauerte, wurden verschiedenen Biotypen bewusst aufgesucht.

34 Vogelarten gezählt

Insgesamt 34 Vogelarten wurden bei der Wanderung gezählt. Häufig anzutreffen war mit 200 Exemplaren der Erlenzeisig. Ein Schwarm von kleinen grünlichen Vögeln flog dicht an dicht durch die Luft und landete in den Bäumen. Da kam aufgrund der Jahreszeit eigentlich nur der Erlenzeisig in Frage.

Flog ein Vogel näher vorbei, sahen die Teilnehmer das leuchtende Gelbgrün von Brust, Bürzel und Flügelbinden. Besonders interessant war die Beobachtung einiger Amseln, einer Art, die eigentlich häufig ist, aber in den vergangenen Jahren regional starke Bestandseinbrüche durch das Usutu-Virus erleiden musste. „Und tatsächlich hört man auch von Naturfreunden immer wieder, das die Amsel aus den Gärten verschwunden ist“, erklärte Sven Königsmark, Leiter des Kreisverbandes.

Häufigster Vogel: Die Amsel

Amselmännchen sind schwarz und haben einen gelben Schnabel. Ihre Weibchen dagegen sind von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze schlicht braun gefärbt. Ähnlich übrigens auch die Jungvögel, von denen die ersten oft schon im April auf Büschen und Bäumen um Futter betteln. Ihr Federkleid hat aber feine, hellere Sprenkel. Die Amsel ist nicht nur die häufigste Drosselart, sie ist in Deutschland die häufigste Vogelart überhaupt.

Mit unter den beobachteten Tieren waren unter anderem Reiherenten, Ringeltauben, Stieglitze und Kormorane. An der Wanderung nahm auch der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes, Jenz Neumann, teil. Er wies an Gladows Loch auch auf die Aktivitäten von Bibern und Nutrias hin. Er konnte einiges zum alten und neuen Deich erzählen. So berichtete er auch von den Nisthilfen an Strommasten für Fischadler, die im Sommer genutzt würden.