Genthin l In 40 Metern Höhe kamen am Donnerstag Thomas Webel (CDU), Minister für Landesentwicklung und Verkehr, und Genthins Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) ins Gespräch. „Eigentlich ist unser Wasserturm aufgrund eines Wasserschadens für Aufstiege derzeit gesperrt, aber für Sie machen wir eine Ausnahme“, sagte der Bürgermeister. Damit war die heitere Note des Besuches auf dem Genthiner Wahrzeichen beendet, denn die Situation ist ernst.

Wasserturm-Sanierung ist dringend notwendig

Im aktuellen Investitionsplan ist die Sanierung des Wasserturms mit der Dringlichkeitsstufe 1 vermerkt - also äußerst dringend, denn der Bauzustand ist bei einer Begutachtung mit schlecht bewertet worden. Zwar wurden vor geraumer Zeit recht aufwendig die Kellerräume und das Erdgeschoss umgebaut, doch danach passierte nicht mehr viel. Mittlerweile rechnet die Stadt mit Sanierungskosten von rund 1,3 Millionen Euro. Mit einer finanziellen Förderung soll für den Wasserturm der Weg für eine sogenannte Grundsanierung geebnet werden.

Handlungsbedarf ist also dringend geboten. Jedoch klappte es in den vergangenen Jahren nicht, mit dem Projekt Wasserturmsanierung in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden. Minister Webel schlug vor, das Sanierungsgebiet der Stadt Genthin so zu erweitern, dass der Radius den Wasserturm einschließt. „Das erhöht die Möglichkeit der finanziellen Fördermöglichkeiten erheblich.“ Ein solches Bekenntnis der Stadt Genthin zur städtebaulichen Bedeutung des Wasserturms sei eine Voraussetzung für einen entsprechenden Förderantrag.

Wassertourismuskonzept als Chance

„Wir werden uns erneut mit dem Stadtentwicklungskonzept beschäftigen“, kündigte der Genthiner Bürgermeister an und plant, das Thema bereits während der kommenden Stadtratssitzung am 25. Februar besprechen zu wollen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens verwies auf ein Wassertourismuskonzept der Bundesregierung. „Im Koalitionsvertrag kündigt die Koalition die Vorlage eines Wassertourismuskonzeptes an. Damit will sich die Regierung ihrer Verantwortung der Finanzierung der maritimen Infrastruktur als eine staatliche Aufgabe stellen.“ Im vergangenen Jahr sei dieses Vorhaben in einem Beschluss bekräftigt worden.

„Das Konzept und die damit verbundenen Finanzierungsmöglichkeiten sollten auch für Genthin neue Möglichkeiten der Mitfinanzierung durch Bundesmittel eröffnen“, hoffte Behrens. „Wir hoffen, dass wir mit entsprechenden Vorbereitungen im Jahr 2017 etwas bewegen können“, meinte Barz. Der Wasserturm sei die Seele von Genthin. „Wer durch die Stadt fährt, hat ihn vor Augen.“ Daher müsse das Wahrzeichen unbedingt erhalten bleiben. „Aber ohne öffentliche Fördermittel bekommen wir das nicht hin“, ist sich Barz auch sicher.