Genthin l Woher die 1, 3 Millionen Euro nehmen, die für eine grundhafte Sanierung des technischen Denkmals dringend notwendig sind? - Diese Frage treibt Stadtrat und Verwaltung seit mindestens zehn Jahren um. Jetzt wird ein neuer Anlauf unternommen, in Fördermitteltöpfe zu greifen, diesmal über das Programm Stadtumbau Ost.Darüber informierte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian auf der jüngsten Stadtratssitzung. Sie nahm damit Bezug auf eine Anfrage des Bündnisgrünen Lutz Nitz im Bau- und Vergabeausschuss, die Genthins Bürgermeister Thomas Barz zur Beantwortung in den Stadtrat weitergeleitet hatte. Anlass dazu bot der jüngste Besuch des Ministers für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel (CDU), in Genthin. Gemeinsam mit Detlef Radke (MdL) und Manfred Behrens (MdB) erklomm er die Plattform des Wasserturms, um vor Ort das Problem der grundhaften Sanierung, das Genthin inzwischen seit vielen Jahren umtreibt, zu erörtern. Die Quintessenz des Besuches formulierte der Ministerums-Sprecher so: „Mit Blick auf eine mögliche Förderung (zum Beispiel aus Mitteln des Stadtumbau-Ost) müsste die Stadt Genthin zunächst eine Erweiterung des in ihrem integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ausgewiesenem Fördergebietes beschließen“.

Antrag wird formuliert

In der öffentlichen Darstellung führte dies allerdings zu Irritationen. Denn der Wasserturm ist längst im Sanierungsgebiet erfasst. Für Nitz war deshalb auch nicht klar, ob sich die Aussagen des Ministers auf den Stadtumbau Ost oder auf die Innenstadtsanierung beziehen. Über letztere konnte die Stadt Genthin in den Genuss von Fördermitteln kommen, um die Kellerräume bzw. das Wasserturmcafé, das später allerdings floppte, zu sanieren. Für den neuen Versuch, Fördermittel über das Programm Stadtumbau-Ost einzuwerben, das machte Dagmar Turian auf der Stadtratssitzung klar, müsse man den Wasserturm in ein Gesamtkonzept Wohnen und Umwelt einbinden. Gegenwärtig, sagte Turian vor den Stadträten, werden ein solcher Antrag formuliert. Genthins Bürgermeister Thomas Barz kündigte an, die Sicherung des notwendigen finanziellen Eigenanteils für die Inanspruchnahme des Förderprogrammes vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage für die Leser der Volksstimme zu thematisieren. Das sei ihm gestern bis zum Redaktionsschluss aufgrund vieler Termine zeitlich nicht möglich gewesen.