Genthin/Burg l Nach der Gartenarbeit noch eben Händewaschen, Einseifen und den Wasserhahn aufdrehen – aber es kommt kein Wasser.

Derart auf dem Trockenen saßen am Wochenende die Einwohner der 4000-Seelen-Gemeinde Lauenau in Niedersachsen. Grund für die unterbrochene Versorgung war ein drastisch gestiegener Wasserverbrauch zu Beginn der Hitzephase, so dass nachts nicht genügend Wasser in den Speicher nachfloss, erklärte der Gemeindebürgermeister gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Menschen wegen Corona eher Zuhause

In der Corona-Pandemie seien die Menschen überwiegend daheim geblieben, statt in den Urlaub zu fahren, daher sei der private Wasserverbrauch stark gestiegen, erklärte der Bürgermeister. Nachdem die Einwohner am Wochenende mittels Notversorgung an Wasser kamen, hat sich der Wasserverbrauch normalisiert, und die Versorgung ist Anfang der Woche wieder angelaufen.

Spitzen in der Versorgung sind vorhanden

Im Jerichower Land werden derart drastische Situationen nicht befürchtet. „Es muss sich niemand um die Wasserversorgung Gedanken machen“, sagt Loretta Kablitz, Geschäftsführerin des Trinkwasser- und Abwasserverbandes TAV Genthin. Man könne seitens des Verbandes durchaus Spitzen im Verbrauch bemerken, die mit der Hitzeperiode zu tun haben. So läge der durchschnittliche Tagesverbrauch im statistischen Mittel etwa bei 3200 Kubikmeter pro Tag.

Dieser steige derzeit durchaus schon mal auf 4200 Kubikmeter pro Tag. „Das ist aber ein Anstieg, den wir händeln können.“ Die Versorgung sei beständig möglich außer wenn es außergewöhnliche Situationen gäbe, etwa eine Havarie im Zulauf in Scharteucke. „Aber dann könnten wir auf fünf Genthiner Brunnen zurückgreifen, durch die Wasser vorgehalten wird.“

Nutzer sollten sparsam mit Wasser umgehen

Auch beim Burger Wasserverband sieht man die Versorgung gesichert. Von dort heißt es, das die Trinkwasserversorgung über die TWM (Trinkwasserversorgung Magdeburg) bezogen werde.

Dort sei man gut aufgestellt und könne auch eventuelle Spitzen ausgleichen. „Allerdings rufen wir die Nutzer auf, gerade an den heißen Tagen sensibel mit dem Wasser umzugehen, denn Trinkwasser ist kostbar und sollte nicht verschwendet werden.“

Ähnlich äußert sich auch Loretta Kablitz in Genthin. Sie sieht aber in diesem Jahr die Situation nicht so angespannt wie im vergangenen Jahr. „Wir hatten einige Regentage mehr, die Böden in den Gärten sind noch feucht, die Menschen mussten noch nicht so stark die eigenen Pflanzen wässern.

Mehr als 5000 Kubikmeter Wasser am Tag

Wie stark die Unterschiede sind, macht Kablitz an einem Beispiel mit Blick auf das vergangenen Jahr fest: „Zum Vergleich: Ende Juni 2019, als es Temperaturrekorde an die 40 Grad gab, lag der Wasserverbrauch bei mehr als 5000 Kubikmetern am Tag.

In diesem Jahr habe man in diesem Zeitraum im normalen Rahmen gelegen. In Lauenau hat sich der Wasserverbrauch zu Beginn der Woche halbiert. Experten befürchten, dass die Einwohner auch weiterhin sorgsam sein müssen, möglicherweise über mehrere Wochen, um einen erneuten Engpass zu vermeiden.