Jerichow l Die Jerichower Pfarrerin Friederike Bracht wechselt die Grenzen der Landeskirche. Bisher war sie in Jerichow unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland tätig. Das ändert sich zum 1. Mai. Dann tritt sie eine neue Stelle im Kirchenkreis Prignitz an. Dieser gehört zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Diese ist eine von 20 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat ihren Sitz in Berlin. An der Spitze steht Bischof Markus Droege.

Friederike Bracht wird im Kirchenkreis Prignitz mehrere Funktionen übernehmen. Sie ist in Pritzwalk als Klinikseelsorgerin tätig. Zu ihren Einsatzorten gehört die dortige KMG-Akutklinik. Zudem betreut sie seelsorgerisch zwei Seniorenheime.

Letzter Gottesdienst am 28. April

Brachts Abschied sorgt für Auf- und Umbruch im Pfarrhaus. Zum letzten Gottesdienst der Pfarrerin wird am Sonntag, 28. April, um 14.30 Uhr in das Kloster Jerichow eingeladen. An der Gestaltung beteiligen wird sich der Stendaler Superintendent Michael Kleemann. Der Gospelchor, bei dem Friederike Bracht engagiert mitsang, sorgt für die musikalische Note. Dazu kommt der Kirchenchor. Die Musik spielt im Wirken und Leben der Pfarrerin eine wichtige Rolle: das war auch in ihren Predigten spürbar.

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Bereits am Sonntag, 7. April, um 10.15 Uhr, wird zu einem Abschiedsgottesdienst in die Scharteucker Kirche eingeladen. Die Gemeinde lud im Namen des Vereins „Kirche von Scharteucke“ ein. In der Einladung zitiert der Verein Worte von Trude Herr: „Niemals geht man so ganz, irgendetwas von mir bleibt hier, es hat seinen Platz immer bei dir“. Im Anschluss ist ein geselliges Beisammensein mit einem Imbiss geplant.

Persönliche Bindungen

Betroffenheit ob des Abschieds herrscht bei Friederike Bracht: „Es fällt mir sehr schwer die Gemeinde zu verlassen“, sagt sie bei einem abschließenden Gespräch im Jerichower Pfarrhaus. Sie hatte viel Freude an mancher persönlicher Bindung. „Mit mancher Familie durfte ich Hochzeit, Taufe, Beerdigung, Geburtstag, also Freude und Leid erleben“, sagt sie. Unvergesslich bleibt ihr die Einführung am 1. April 2016. „Ich bin an einem Sonntag Quasimodogeniti gekommen und werde die Gemeinde an diesem Sonntag verlassen“, sagt sie etwas nachdenklich. Sie gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bracht stellt klar: „Als Pfarrer wird man einer Gemeinde hinzu sortiert.“ Pfarrer seien nur zeitweise Begleiter.

Unvergesslich bleiben ihr die gemeinsamen Reisen mit der Gemeinde. Es waren Fahrten nach Sandau und Havelberg, nach Potsdam und Wittenberg. Jetzt steht die nächste Reise an – ohne die Jerichower Gemeinde.