Genthin l „Ich bin dankbar für die vergangenen elf Jahre“, bekannte Pfarrer Johannes Möcker in der bestens besuchten Schlagenthiner Kirche. Seine beiden Töchter seien in Schlagenthin behütet aufgewachsen und er habe sich als junger Pfarrer ausprobieren und sich auch manches Horn abstoßen können.

Gut aussehendes Bild

„Ich durfte Dienst in Gemeinden tun, die zu mir gepasst haben“, lobte er den Pfarrbereich Stremme/Nitzahn, der zwischen dem Jerichower und Milower Land aufgeteilt war. Sein Bild der Gemeinde sei ein gutaussehendes und schmecke lecker. „Auch heute gibt es das wieder – das Schnittchen.“ Zur Kirchengemeinde wie zum Schnittchen gehören verschiedene Zutaten.

Obenauf sei die Verzierung. „Das waren für mich in den elf Jahren die Gemeindefeste, Konzerte, Ausstellungen oder Kirchenjubiläen, das hat immer Appetit auf die Gemeinde gemacht.“ Unter der Verzierung sei der Hauptbelag, in der Kirche entspräche es den Dingen des täglichen Lebens, wie der Arbeit in den Gemeindekirchenräten, Finanzplanungen, der Erhalt der Kirchen, aber auch Konfirmanden- oder Gemeindenachmittage.

Bilder

Gott hält alles zusammen

„Daran merkt man, wie ein Schnittchen schmeckt, hier hat es immer gut geschmeckt“, befand der scheidende Pfarrer. Etwas, was man nicht sehe, sei die Butter, das seien sinnbildlich die stillen Helfer, die die Kirche ausfegen, die Gottesdienste vorbereiteten und unabdingbar dazu gehören. Unbedingt brauche es das Brot. „Das ist das Bild für Gottes Werk, das ist die Grundlage für alles.“ Mit einem Stäbchen werde alles zusammengehalten, für Möcker war es das Sinnbild für Gott, ohne den im Glauben alles auseinanderfallen würde.

Am Ende bekam Johannes Möcker für seine lebensklugen und durchaus augenzwinkernden Ausführungen Applaus. Beifall für eine Abschiedsrede, die vielen in Erinnerung bleiben wird. Durchaus launig ging es bei diesem Abschied zu, wenngleich den meisten Gemeindemitgliedern und den Gästen aus Nachbar- und Partnergemeinde der Abschied doch schwerfiel.

Posaunenchor besteht zehn Jahre

Superintendentin Ute Mertens erinnerte in ihren Worten daran, dass die Familie Möcker viel frischen Wind in die Gemeinde gebracht habe. Dass sich unter der Ägide des Pfarrers mit dem Förderverein in Schlagenthin und in Kleinwusterwitz gleich zwei Vereine gründeten, die sich dem Erhalt der ländlichen Gotteshäuser und der dörflichen Gemeinschaft verschrieben haben. Auch der Posaunenchor habe sich schnell nach Möckers Amtsantritt mit seiner Hilfe gegründet. „In diesem Jahr konnte er sein zehnjähriges Bestehen feiern.“

Die vergangenen elf Jahre seien ausgefüllt gewesen und schnell vergangen. „Du bist in deinem Dienst aufgegangen“, sprach Mertens den Pfarrer direkt an, sowie sie ihn und dessen Familie oft in ihrem Vortrag direkt ansprach. Acht Jahre haben Pfarrer Möcker und die Superintendentin gemeinsam gewirkt. Sich in Zeiten der Vakanzvertretung, der Kirchensanierungen und des Kirchenasyls ausgetauscht.

Persönliche Worte

Im Anschluss an die persönlichen Worte entpflichtete Ute Mertens den Pfarrer von seinen Aufgaben in Schlagenthin. Von nun an wird er seinen Dienst im Kirchspiel Nord in Magdeburg tun. Zum Abschied gab es in Schlagenthin ein Ständchen eines Chores aus Gemeindemitgliedern und der Kita-Kinder. Im Kleinwusterwitzer Dorfgemeinschaftshaus konnten sich Weggefährten von Johannes Möcker verabschieden. Dabei gab es auch das ein oder andere persönliche Geschenk.

Etwa vom Schlagenthiner Kirchenfördervereinsvorsitzenden Rüdiger Schnapp. Er schenkte ein Bild vom Schlagenthiner Glockenturm. „Weil du dich für das Feierabendläuten eingesetzt hast und den Glockenturm nicht mehr täglich sehen kannst.“ Ein Dank kam auch von den Genthiner Pfarrerinnen Beate Eisert und Magdalene Wohl–farth, die gemeinsam mit der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Dr. Silke Koerth-Bauer eine Sicherheitsausstattung für das Fahrrad übergaben. Denn von nun an werde Pfarrer Möcker seinen Arbeitsweg mit dem Rad bestreiten.

Stimmungsvoll geriet der Abschied durch die Einlagen des Posaunenchores und dem Genthiner Kantor Gottfried Spiegel. Dabei wurden unter anderem Evergreens wie „Yesterday“ oder „One Moment in time“ sowie Kirchenlieder zu Gehör gebracht. Einen besonderen Gruß bereiteten die Gemeindemitglieder aber ganz zum Schluss. Zu den Klängen von „Muss I denn...“, hielten die Anwesenden Buchstaben in die Höhe, die den Satz: „Macht es gut mit Gottes Segen“ bildete.