Fienerode l Bestimmte Fahrbahnbereiche, insbesondere die Ortsdurchfahrt Fienerode, müssen saniert werden – dabei waren sich die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses am Montag einig. Beschlossen wurde vom Ausschuss eine weitere Grundlagenermittlung unter Berücksichtigung möglicher neuer Förderungen für die Wegesanierungen.

Antrag prangert Straßenschäden an

Eingebracht hatte das Thema der neue Ortsvorsteher Fienerodes, Ottmar Rostkovius, gleichzeitig Sprecher einer Interessengemeinschaft sowie Fraktionsmitglied (WG Genthin-Parchen-Mützel) und Stadtrat. Er hatte in einem Antrag die starken Beschädigungen der Fienerstraße durch den Schwerlastverkehr aufgeführt und erläutert, dass aufgrund fehlender Rad- und Gehwege im Ort die Erschütterungen des Straßenverkehrs direkt auf die Häuser übergehen, was zu Rissen in Fassaden und Kellern führe.

Rostkovius forderte, dass der landwirtschaftliche Verkehr auf Wirtschaftswege umgelagert werde. Um die Verkehrsbelastung einschätzen zu können, hat die Stadtverwaltung Anfang September eine mehrtägige elektronische Verkehrszählung durchgeführt. Im Ergebnis wurde für die Fienerstraße keine erhöhte Verkehrsbelastung gemessen.

Zuwenig Fahrzeuge unterwegs

„Für eine Anliegerstraße müssten dort bis zu 400 Kraftfahrzeuge pro Stunde unterwegs sein, in unserem Fall liegen wir mit rund 33 Fahrzeugen pro Stunde weit unter diesem Wert, sodass hier eine Straßenüberlastung rein von der Anzahl der Fahrzeuge nicht vorhanden ist“, stellte Baufachbereichsleiterin Dagmar Turian im Ausschuss fest. Die anteilige Straßenbelastung durch Lkw und Lastzüge liege bei maximal sechs Fahrzeugen pro Stunde , maximal 53 Fahrzeuge pro Tag am Donnerstag, 12. September.

„Saisonale Abweichungen zum landwirtschaftlichen Verkehr seien zu erwarten, wobei in Auswertung der Messstellen zu erkennen ist, dass ein großer Teil der Lkw-Fahrzeuge als Lieferverkehr für ortsansässige Unternehmen zu betrachten ist.“ Insgesamt bewertete die Baufachbereichsleiterin die Tragfähigkeit der Fienerstraße als gut.

„Aufgrund der Abnutzung in einigen Teilbereichen wird eine Oberflächensanierung vorbereitet.“ Zwischen Wendestelle und Ortsausgang in Richtung Osten ist die Sanierung der Straße bereits im Rahmen der Straßenunterhaltung für das kommende Jahr geplant und würde nach einer Haushaltsgenehmigung umgesetzt werden. „Mit der Sanierung der Straßenoberfläche ist von einer maßgeblichen Verbesserung der Anliegerbelastung auszugehen.“ Somit bleiben als freiwillige Leistungen folgende Kosten für eine weitere Planung übrig.

Projektstudie

Für eine Projektstudie zu den Radwegen und des landwirtschaftlichen Weges müssten Haushaltsmittel von über 81.000 Euro bereitgestellt werden, um die Planungsunterlagen für eine Fördermittelantragstellung erstellen zu können.

Verbindungsweg Verbindungsweg

Größere landwirtschaftlicher Fahrzeuge können in den engen drei Kilometer langen Weg nicht einfahren. Dadurch ist eine Förderung als ländlicher Weg nicht machbar. Eine Sanierung als Radweg wäre eine Option. Die entsprechenden Fördermöglichkeiten werden derzeit geprüft. Kosten: 738.000 Euro

Verbindungsweg Fienerode-Telegrafenradweg

Bei einer möglichen Förderung von 65 Prozent würde sich für die Stadt Genthin ein Eigenanteil in Höhe von zirka 223.860 Euro ergeben. Gesamtkosten: 639.600 Euro (davon Planungsanteil bis zur Fördermittelbeantragung rund 32.500 Euro).

Weg von der B 107

Bei einer zu erwartenden Förderung von 65 Prozent würde sich für die Stadt Genthin ein Eigenanteil in Höhe von zirka 43.050 Euro ergeben. Diese Wegstrecke wird als Möglichkeit für die Zuwegung zu einem Teil der um Fienerode liegenden landwirtschaftlichen Flächen betrachtet. Gesamtkosten: 123.000 Euro (davon Planungsanteil bis zur Fördermittelbeantragung rund 13.700 Euro).

Durch die Sanierung der Strecken von Mützel nach Fienerode und von der B 107 bis zu den Ackerflächen wäre auch die Radwegverbindung zwischen dem Altmark-Rundkurs und dem Telegrafenradweg gegeben, wobei dann in der Fortführung der Radweganschluss über Tucheim, Paplitz und Ziesar möglich wäre.