Genthin l "Die Atmosphäre ist ganz anders als sonst", diese Aussage war von vielen Besuchern, der an Heiligabend geöffneten evangelischen St. Trinitatiskirche in Genthin zu hören. Zu den Klängen der Orgel betraten sie die Kirche, um einen Moment zu verweilen. So wie in Genthin, war es auch in den Ortschaften oder der katholischen St.-Marien-Kirche. Wo sich in vorangegangenen Jahren Menschen in Christvespern und Christmetten drängten, gab es in diesem Jahr weniger Besucher, die   die Gotteshäuser besuchten. Und dennoch kam eine festliche Stimmung auf. Anders zwar, aber würdevoll.

Licht der Weihnachtstage

In den evangelischen Kirchen in Genthin, Kade, Karow, Mützel und Parchen brannte das Licht von Bethlehem. In der Vorweihnachtszeit wird jedes Jahr in der Geburtskirche in Bethlehem von einem Kind ein Licht entzündet. Mit dem Flugzeug wird das Licht nach Wien gebracht und von den Pfadfindern in Österreich und ganz Deutschland weitergetragen – in diesem Jahr erstmals auch in das Jerichower Land. Eine Reihe von Menschen entzündeten das Licht in mitgebrachten Laternen für die Weihnachtzeit zu Haus. Ehepaare, Familien, Kinder – sie alle erstrahlten kurz im Schein des Kerzenlichtes.

In Parchen lief zur vollen Stunde eine eigens für die offene Kirche eingesprochene Version der biblischen Weihnachtsgeschichte. "Vielleicht sind uns Maria und Josef in diesem Jahr besonders nah", hieß es da. Denn auch sie seien allein auf der Suche nach einer Herberge allein gewesen. Und doch sei die biblische Geschichte gerade auch in Zeiten, in denen vieles infrage gestellt sei, verbunden mit der Hoffnung auf ein friedvolleres Morgen. An den Weihnachtsfeiertagen gibt es auch einige Gottesdienste.

Offene Kirchen und digitale Angebote

So etwa am 25. Dezember um 10 Uhr in der Genthiner St. Trinitatis-Kirche und zur gleichen Zeit in der Kader Kirche sowie in Altenklitsche um 17 Uhr (Aushang beachten). Am 26. Dezember um 10 Uhr in Altenplathow (dann kann dort auch das Licht von Bethlehem mitgenommen werden) und zur gleichen Zeit auch in Paplitz (Aushang beachten). In Parchen ist die Kirche am 25. und 26. Dezember zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet. Weiterhin läuft dort zur vollen Stunde die Weihnachtsgeschichte.

 

In der katholischen St.-Marien-Kirche gibt es an den beiden Feiertagen sowie am Sonntag jeweils um 10 Uhr Gottesdienste. Nach den Gottesdiensten gibt es von 11 bis 18 Uhr (Sonnabend von 8 bis 16 Uhr) eine offene Kirche, in der zum Krippenbesuch eingeladen wird. Im Hintergrund läuft eine einstündige Audio-Installation, mit dem Weihnachtsevangelium, eingebettet in die biblischen Texte der Verheißungen, gesprochen und durch Musik untermalt. Das Bistum Magdeburg hat auch ein digitales Angebot für die Feiertage vorbereitet.

Ein digitales Angebot gibt es auch im Kirchenkreis Elbe-Fläming. Dort können die Weihnachtsgeschichte, eine Anleitung zur Herstellung von Erdnussengeln, aber auch Gottesdienste und Andachten abgerufen. Darunter ist auch eine Andacht aus der Kirche in Grabow, in der Gedanken zu Weihnachten mithilfe von Krippenfiguren geäußert werden. Mit dabei sind unter anderem Superintendentin Ute Mertens und die Genthiner Pfarrerin Beate Eisert.