Genthin l Budenzauber gibt es nicht nur auf im Freien auf dem Weihnachtsmarkt. Das Team im Seniorenzentrum Haus der Generationen in Genthin holte den Budenzauber in Form einer Weihnachtsstraße kurzerhand ins Haus. Die klassische Variante einer Weihnachtsfeier an einer langen Tafel hat hier ausgedient. Auf jeder Etage steigt den Bewohnern, Angehörigen und Gästen ein anderer weihnachtlicher Duft in die Nase. Mit viel Liebe zum Detail hatte das Betreuungspersonal Krippenfiguren aus Wolle gestrickt, die nun in der Eingangshalle in einer vom Hausmeister gezimmerten Holzkrippe ihren Platz gefunden haben. Ein Stück Erinnerung an vergangene Weihnachtstage in den eigenen vier Wänden brachte Bäckermeister Ulrich Rode den Senioren bei einer Stollen-Backvorführung mit. Viele der Damen in der Runde verfolgten aufmerksam die Schritte.

„Und jetzt lassen wir es noch schneien“, sagt Rode und lässt den Puderzucker über die gebutterten Stollen rieseln. Ohne Frage ist für Bewohnerin Gertrud Just eine Stolle in jedem Fall Handarbeit. „Selbstgebacken ist selbstgebacken. Und es schmeckt viel besser“, sagt sie im Gespräch mit Einrichtungsleiterin Birgit Kowalski. Inzwischen haben sich viele durstige Weihnachtsstraßen-Gänger im Foyer versammelt, wo es Glühwein, Apfelpunsch und selbstgekochten Grünkohl zu verkosten gibt. „Sie wollten doch später noch ein Gedicht aufsagen“, wendet sich Kowalski an Bewohner Manfred Picklaps, der sich gerade von Steffi Breitsprecher ein Schälchen deftigen Grünkohl mit Kassler und Knacker reichen lässt.

 Er hatte zuvor scherzhaft angeregt, dass alle, die an dem in der Eingangshalle postierten Weihnachtsmann vorbeikommen, erst einmal einen Vers zum besten geben müssten. Die drei Damen, die sich gerade um den Mann im roten Mantel versammelt haben, plaudern aber lieber, als auswendig Gelerntes zu rezitieren. „Hier unten wird es langsam voll“, findet Gudrun Lange aus Brandenburg, die der Einladung auf einen Besuch der Weihnachtsstraße gefolgt ist und gemeinsam mit ihrer Mutter Erika Heise einen gemütlichen Nachmittag verlebt. Auch wenn die Weihnachtsstraße hätte draußen aufgebaut werden können, auf der zweiten Etage kommt trotz der Plusgrade besinnliche Adventsstimmung auf. Hier duften Plätzchen, die gerade Blech für Blech von den Bewohnern gemeinsam mit dem Pflegekräften für den Ofen vorbereitet werden. Erst wird mit Eigelb eingestrichen, anschließend kommen bunte oder Schokostreusel auf das Backgut.

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Eine Etage tiefer in der „Stollenbackstube“ wird bereits verkostet. Und wer anschließend noch Lust auf was Süßes hat, kann sich eines der kleinen Päckchen besorgen, die neben den selbstgebastelten Weihnachtskarten in einem kleinen Holzbüdchen für die Bewohner bereit liegen. Und wem das alles zu weihnachtlich war, der konnte das Ganze lieber mit einem kühlen Blonden genießen.