Genthin l „Ein tolles Bild, dass sofort an van Gogh erinnert“, fand Volksstimme-Leser Bernd Neumann. „Farblich und von der Aufteilung her stimmig mit fast dramatischem Effekt“, lobte er in einer Zuschrift. Leserin Gertrud Hilke meinte:“ Der Fotograf hat genau den Moment abgepasst als die Sonne zwischen die Blumen schien, sehr schön.“

Ausgleich zum Beruf

Viel Lob für den Genthiner Hobbyfotografen.„Ich freue mich sehr, dass meine Bilder so gut ankommen“, sagt der 35-Jährige, der sich seinem Hobby vor sechs Jahren verschrieben hat.

„Für mich ist das Fotografieren ein schöner Ausgleich zu meinem Beruf als Anlagenfahrer“, berichtet er. Oft sehe dabei Motive, die er in seiner Freizeit auf Bilder bannt.

Bilder

Sonneblumen schön in Szene

„Das Sonnenblumenfeld bei Tucheim ist mir ins Auge gefallen, weil es so große Felder kaum noch gibt und es ein ungewöhnliches Naturbild ist.“ Ein gutes Motiv ist für Deja das Eine, das andere ist: Vorbereitung. Vor dem eigentlichen Fotografieren, schaute er sich an, wie die Sonne über dem Feld auf und wie sie unterging. Er überlegte wie Vorder- und Hintergrund wirken könnten.

Dann kam etwas dazu, was Fotografen auch brauchen: Glück. „Davon hatte ich ganz viel, da die Sonneblumen die Köpfe nicht hängen ließen.“ Zwei Tage später seien die ganzen Blüten abgefallen. Das zuvor im Feld entstandene Bild, ist in Dejas Familie zu besonderen Ehren gekommen.

„Ich habe es auf Leinwand ziehen lassen, mit Rahmen versehen und meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt.“ Als das Foto unter die ersten Drei beim Wettbewerb kam, war es ein doppelt wertvolles Geschenk.

Naturbilder sind Steckenpferd

Für den Genthiner war der Blende-Wettbewerb 2017 übrigens schon die zweite Teilnahme. Ein Jahr zuvor war er bereits unter die ersten zehn gekommen. Das Sonnenblumenbild geht nun in die bundesweite Endausscheidung und Stefan Deja ist gespannt, wie es dabei bewertet wird.

Es ist ein ganz typisches Motiv seiner fotografischen Arbeit, schließlich hat sich der 35-Jährige in erster Linie den Naturbildern verschrieben. „Ich bin nicht der Party- oder Hochzeitsfotograf, mich interessieren die Farbvariationen von Landschaften.“ Dabei geht er höchst bedächtig und ruhig vor, wie es seine Art ist.

Bei Landschaftsbildern ist Stativ notwendig

Er will Farben, Momente, Stimmungen einfangen, aber nichts zerstören. Deshalb hat er auch eine relativ spartanische Ausrüstung. „Eine Spiegelreflexkamera, zwei Objektive und vielleicht auch ein Stativ.“ Mehr brauche es eigentlich nicht.

Deja rät bei Landschaftsbildern ruhig mit einem Stativ zu arbeiten. „Das sieht zwar immer etwas komisch aus, wenn da jemand seine Kamera aufbaut, aber bestimmte Impressionen lassen sich einfach nicht mit der gewünschten Bildschärfe aus der Hand fotografieren.“

Neben eindrucksvollen Bildern, etwa vom Sonnenuntergang am Zernauer See in Mützel oder an der Elbe in Ferchland, hat Deja auch ein Faible für Nachtaufnahmen, etwa von Genthiner Straßen oder dem Wasserturm.

„Dabei verwende ich häufig das HDRI-System“, verrät er. Hinter HDRI (High Dynamic Range Image, zu Deutsch: Bild mit hohem Dynamikumfang) verbirgt sich eine technische Möglichkeit, Bilder mit großen Helligkeitsunterschieden detailreich wiederzugeben.

Dabei werden mehrere Bilder übereinandergelegt. Beim Wasserturm habe er zehn bis zwölf Bilder gemacht, die am Ende verarbeitet worden. „Ich bin auf dieses Bild besonders stolz“, sagt der Hobbyfotograf. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Es wird nur Zeit, den Wasserturm mal ohne Kragen sehen zu können.“

Seine Bilder zeigt der 35-Jährige auf einer eigenen Internetseite. Eine Ausstellung könnte er sich gut vorstellen. „Es gibt eine Reihe von Bildern, die durchaus geeignet wären, wenn es an einer Präsentation Interesse gäbe, würde mich das sehr freuen“, sagt er.

 

Wer mehr von Stefan Dejas Fotos sehen möchte, hat die Möglichkeit auf der Internetseite: www.fotocommunity.de/photographer/stefan-deja/2085610