Genthin l Wie setzen wir im Schwimmbecken die coronabedingten Abstandsregeln um? Auf diese Frage hat das Team um Antje-Katrin Wöhling, Fachangestellte für Bäderwesen bei der Stadt Genthin, folgende Antwort gefunden: „Wir lassen die Schwimmbegeisterten quasi im Kreis schwimmen.“

Das sieht dann so aus, dass von den fünf Bahnen des Beckens die beiden links und rechts liegenden jeweils abgetrennt werden. Entlang der schwarzen Markierungsstreifen auf dem Boden des Beckens schwimmt man nun auf der einen Bahn hin und auf der Bahn daneben wieder zurück und wieder von vorn. So braucht keiner unter einem Absperrband durchzutauchen, um auf die Nebenbahn zu gelangen. Auch die Möglichkeit zum Überholen sei, so Antje-Katrin Wöhling, damit gegeben.

Neuer Rettungsring

Das ist nur eines von unzähligen Details, die in den vergangenen Tagen und Wochen erarbeitet, besprochen und umgesetzt werden mussten, erklärt die Schwimmmeisterin bei einem Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme in der Schwimmhalle. Und sei es das Ausmessen des alten, verschlissenen Rettungsringes, damit ein passender neuer beschafft werden kann.

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Zwar habe die Schwimmmeisterin in den 28 Jahren, in denen sie in der Genthiner Schwimmhalle tätig ist, noch nie einen Rettungsring einsetzen müssen. Aber das Vorhandensein eines funktionierenden Rettungsringes sei nun mal Vorschrift, also habe sie zum Zollstock gegriffen und genau nachgemessen.

Jedes Teil geprüft und gewartet

Ganze fünf Tage habe übrigens der technische Mitarbeiter gebraucht, um im Keller der Halle die verschiedenenen, separaten Wasser- und Filterkreisläufe für das Schwimmbecken, die Sauna und die Chloranlage wieder auf Normalbetrieb hochzufahren. Denn seit dem 20. April haben alle Pumpen still gestanden. Jedes Magnetventil, jede Klappe, jedes Mess-, Dosier- und Regelteil ist dabei überprüft und gewartet worden, bis alles wieder perfekt lief. Erst danach wurden das Schwimmbecken aus Edelstahl wieder mit 600 000 Liter Wasser gefüllt und 9000 Liter Wasser in den Sauna-Kreislauf geleitet.

30 in der Schwimmhalle, 6 in der Sauna

Wenn sich die Türen zu Schwimmhalle und Sauna wieder öffnen, dann dürfen sich zur gleichen Zeit bis zu 30 Personen in der Schwimmhalle und 6 in der Sauna aufhalten. Einen Platz vorab reservieren kann man allerdings nicht. Einen Mund-Nase-Schutz sollte jeder bis zum Umkleidebereich tragen. Es werden jeweils nur so viele Schränke - etwa 15 von insgesamt 50 in einem Raum- in Abständen geöffnet sein, damit beim Umziehen kein Badegast dem anderen zu nahe kommen kann. Gereinigt und desinfiziert werden alle Publikumsbereiche nach einem aufwändigen Hygiene-Plan - mindestens jedoch zwei mal am Tag jeweils morgens und abends.

Wer heute Punkt zehn vor der Schwimmhallen-Tür steht, wird vom Service-Personal am Eingangsbereich eingewiesen. Markierungen auf dem Boden helfen dabei, die richtigen Wege zu gehen und dabei stets den notwendigen Abstand zu den anderen Badegästen einzuhalten.

Die neuen Öffnungszeiten sind gewohnt großzügig bemessen. Montags, dienstags, mittwochs und freitags ist von 10 bis 21 Uhr durchgängig geöffnet. Donnerstags ist zwar für den Publikumsverkehr geschlossen, aber die Mitglieder der Vereine können an diesem Tag die Halle für ihren Sport nutzen. Sonnabends und sonntags kann man von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17.30 Uhr seiner Schwimmleidenschaft frönen. Frühaufsteher können dienstags, mittwochs und freitags von 6.30 bis 8.30 Uhr beim Frühschwimmen ihre Bahnen ziehen.

Lediglich die Öffnungszeiten der Sauna sind enger bemessen. Montags bis freitags von 17 bis 19.30 Uhr kann man sich derzeit ins Schwitzbad in der Schwimmhalle setzen.