Jerichow l Windräder geben immer wieder Anlass zu Diskussionen. Alte Fundamente bleiben häufig im Boden zurück. Auch die Entsorgung der Masten und Rotorblätter ist nicht geklärt. Diesem Thema mussten sich vor kurzem die Jerichower stellen, als in der Stadtratssitzung über das Repowering-Vorhaben Mangelsdorf abgestimmt werden sollte. Zehn Windräder sollen zurückgebaut werden, drei neue, größere will der Betreiber errichten. Das warf bei den einigen Bürgervertretern Fragen auf.

So wollte Christian Piesker von der AfD-Fraktion wissen, was mit den Bodenfundamenten geschehe und wie denn deren Rückbau aussehe. Das Stadtratsmitglied verglich den verwendeten Stahlbeton mit Grenzpfählen, die nicht verrotten würden „und schlecht für das Grundwasser sind“.

Fraktionskollegin Birgit Albrecht wollte wissen, welche finanziellen Vorteile der Bau dreier neuer Windräder für die Stadt habe. Bürgermeister Harald Bothe dazu: „Solange der Betreiber keine Steuern entrichtet, zahlt er an die Stadt 5000 Euro pro Anlage.“ Zum Rückbau sagte Bothe, dass Alt-Anlagen gemäß den Verträgen komplett zurückgebaut und fachgerecht entsorgt werden müssen. Wie das aussehe, könne er nicht sagen. Auch Stadtratsmitglied Manuel Müller von den Linken wies auf die vertragliche Zusicherung der Betreiber hin. Nach Baurecht sind Betreiber von Windkraftanlagen verpflichtet, den alten Zustand wieder herzustellen, wenn die Anlagen ausgedient haben.

Piesker ist sich nicht sicher, ob das die Firma „sehr flexibel sieht“ und weist auf das Nachbarbundesland Niedersachsen hin: Dort werden die Fundamente nur bis zu einer Tiefe von 2,5 Metern abgetragen, um eine landwirtschaftliche Nutzung des Geländes zu ermöglichen, bei einer Pfahlgründung von bis zu 40 Metern.