Genthin l Was in manchen Städten längst gang und gäbe ist, mutet in Genthin noch etwas ungewöhnlich an. Das gesamte Personal und auch Besucher, die das Betriebsgelände der Sitex an der Ziegeleistraße betreten, werden einer kontaktlosen Fiebermessung unterzogen. Das alles nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, eine Routine hat sich fast eingestellt.

Sicherheitsabstand wir eingehalten

Auch Niederlassungsleiter Uwe Wiedermann macht da keine Ausnahme. Wer als Außenstehender sein Sekretariat aufsuchen will, wird durch ihn höchstpersönlich dem „Fiebertest“ unterzogen. Ohne viel Aufregung, aber mit freundlich-bestimmter Konsequenz. Selbige ist in den Tagen der Corona-Krise bei Sitex besonders gefragt. Sie übersteigt gerade bei Sitex das Tragen von Schutzkleidung, das Einhalten eines Sicherheitsabstandes und die Desinfektion der Hände.

Denn das Unternehmen ist sozusagen „dichter dran“ am Coronavirus als andere Unternehmen. Sitex wäscht und reinigt Wäsche von 40 Krankenhäusern und 60 Pflegeheimen aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Niedersachsen. Für die Abholung und Anlieferung unterhält das Unternehmen einen eigenen Fuhrpark. Täglich werden in der Genthiner Niederlassung zirka 40 Tonnen Wäsche maschinell bearbeitet, pro Schicht stehen dafür 60 Sitex-Mitarbeiter hinter Bändern und Maschinen.

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Unternehmen mit großer Verantwortung

Sitex ist laut behördlichen Verordnungen als „systemrelevanter Dienstleister“ eingestuft worden. Welche Tragweite sich hinter dieser etwas steifen amtsdeutschen Formulierung verbirgt, versucht Niederlassungsleiter Uwe Wiedermann unmissverständlich klar zu machen.

Kein Krankenhaus in Deutschland könne einen einzigen Corona-Patienten aufnehmen, ohne dass desinfizierte Wäsche zur Verfügung stünde. Desinfizierte, saubere Wäsche für Corona-Erkrankte sei ebenso unerlässlich wie der jetzt so gefragte Mundschutz, Hygienehandschuhe oder Desinfektionsmittel für den häuslichen Gebrauch. „Unsere Mitarbeiter nehmen deshalb ihre Arbeit sehr ernst“, sagt der Niederlassungsleiter.

Reinigung nach gelistetem Verfahren

Panik will Uwe Wiedermann jedoch auf keinen Fall verbreiten. Das Unternehmen besitze das notwendige Know how für einen Pandemie-Fall und sei entsprechend zertifiziert, für eine solchen Fall Wäsche anzunehmen und zu behandeln. Sitex reinige die Wäsche nach einem vom Robert-Koch-Institut gelisteten Waschverfahren, das den strengen Anforderungen des Infektionsschutzes gerecht werde, erklärt der Niederlassungsleiter. Nur wenige Wäschereien, wie etwa Sitex Genthin, seien dafür zuglassen.

Wiedermann erteilt allerdings auch allen möglichen Übertreibungen eine Absage, dass in Genthin täglich eine Unmenge von Corona-Wäsche angeliefert würde. Bisher handelt es sich um weniger als ein Prozent des Gesamtwäscheaufkommens, das dem Spezialverfahren unterzogen werden muss. „Wir sind den mit Corona verbundenen Herausforderungen gewachsen“, davon ist Wiedermann überzeugt.

Sitex Gruppe-Textile Dienstleistungen Simeonsbetriebe Genthin zählt zu den größten Arbeitgebern in der Kanalstadt. Die Sitex-Gruppe verfügt über weitere Niederlassungen in Nordrhein-Westfalen,Brandenburg, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Sachsen-Anhalt gibt es mit Köthen noch eine weitere Niederlassung.