Hohenbelliner Paar erhält ungerechtfertigte Zahlungsaufforderungen

Zagreber Inkasso-Büro will "Schulden" eintreiben

Von Simone Pötschke

Dem Einfallsreichtum von Betrügern sind keine Grenzen gesetzt. Als Opfer kann es buchstäblich jeden erwischen. So wie Olaf Pattas und seine Frau Gudrun aus Hohenbellin, die allerdings nicht auf die Zahlungsforderungen eingingen, die ein Inkasso-Büro in Zagreb eintreiben wollte. Nachdem Olaf Pattas den versuchten Betrug angezeigt hatte, wurde die Masche auch in Genthin abgezogen, um Leute um ihr Geld zu bringen. In Magdeburg gab es in den vergangenen Tagen mehrere Vorkommnisse nach dem gleichen Strickmuster.

Hohenbellin/Genthin. Das Ehepaar Gudrun und Olaf Pattas wunderte sich, als es plötzlich Post aus dem fernen Zagreb in seinem Postkasten fand. Ein Inkasso-Büro, stand darin geschrieben, müsse offene Forderungen eines Deutschen-Gewinnspiel-Service mit Sitz in Wien eintreiben. Gudrun Pattas habe - telefonisch belegbar - eingewilligt, die "berechtigten Ansprüche des Gläubigers freiwillig auszugleichen", sprich zu bezahlen. Es habe nun den Anschein, dass die Hohenbellinerin nicht bereit sei zu zahlen, moniert der Absender.

Dann las das entsetzte Ehepaar: "Da der Vertrag Ihrerseits bisher nicht gekündigt wurde, verlängert er sich alle drei Monate automatisch. Damit keine weiteren Kosten auflaufen, heben wir den Vertrag im Falle einer Zahlung auf."

"Wir haben mit dem Gewinnspiel-Service nichts am Hut"

Dann machte das Inkassobüro für diesen "Service" die Rechnung auf: offene Forderung des Gläubiger plus Gebühren. Dem Ehepaar Pattas flatterte damit eine angebliche Rechnung über 194,70 Euro ins Haus. Dazu kam noch die Drohung, dass das Ehepaar Pattas, wenn es nicht bereit sei zu zahlen, mit rechtlichen Schritten zu rechnen habe.

Der Familie kam die ganze Sache von Anfang an unseriös vor. "Wir haben mit dem Gewinnspiel-Service nichts am Hut und wussten, dass wir uns nicht darauf eingelassen haben. Es hat nie einen Vertag gegeben, was sollte dieses Schreiben?", sagte Olaf Pattas verärgert. Zunächst wanderte die Post so auch in die Mülltonne, erzählte er. Doch seine Frau hat die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Vielleicht gibt es noch andere Leute, die solche Post erhalten, vermutete sie. Eigentlich wollte Ehemann Olaf sich zunächst bei der Verbraucherzentrale erkundigen, ob der Briefabsender überhaupt existiert, doch dann entschied er sich, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Man weiß ja nie, was dahintersteckt, sagte er im einem Gespräch mit der Volksstimme.

Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch bestätigte gestern, dass es auch in Genthin einen weiteren Fall gegeben hatte, bei dem das Zagreber InkassoBüro einen Brief gleich mit Zahlungsüberweisung verschickt habe und das übrigens mit exakt den gleichen Geldforderungen - 194,70 Euro. Auch aus der Landeshauptstadt gebe es ähnliche Meldungen. Nicht belegbar sei eine Dunkelziffer.

Um vor solchen Betrügereien gewappnet zu sein, müsse man unbedingt einen Überblick über seine Geldgeschäfte haben, rät der Polizeisprecher. "Im Fall von Herrn Pattas war das glücklicherweise der Fall, er war sich sicher, sich an einem Spiel nicht beteiligt zu haben."

"Wenn es um Geld geht, kann ich nur zur Vorsicht raten"

"Wenn es um Geld geht, kann ich nur zur Genauigkeit, aber auch zur Vorsicht raten, denn auch im Internet ist mal schnell ein Häckchen gemacht, das später finanzielle Probleme nach sich ziehen kann", sagte Kriebitzsch.

Sicherlich, räumte er ein, gebe es auch im Internet über bestimmte Portale und bei der Verbraucherzentrale viele Möglichkeiten, wie in diesem Fall, sich entweder über den vermeintlichen Gewinnspiel-Service oder über das Zagreber Inkassobüro zu informieren. Doch bei Fragen sei man mit einer Rücksprache bei der Polizei immer auf der richtigen Seite.