Genthin l Konzentriert schraubte Tabea Bensch mit einem Feinmechaniker-Schraubendreher einen Bügel an ein Brillengestell. „Die Schraube nur noch ein ganz kleines bisschen drehen“, riet Marcus Chladek, Augenoptikermeister bei Apollo-Optik in Genthin. „Das sind natürlich keine Kundenbrillen, sondern Gestelle zum Üben“, erläuterte Chladek.

Interessiert schaute Noah Christopher Mewes den beiden über die Schultern. Der Siebtklässler aus der Pareyer Sekundarschule war aus Anlass des Zukunftstages bei Apollo-Optik in Genthin und durfte in den Arbeitsalltag hineinschnuppern. „Ich habe selbst eine Brille und wollte gern mal sehen, wie die Arbeit eines Optikers funktioniert“, erklärte Noah seine Wahl. Ein wenig durfte er hinter die Kulissen des Betriebes schauen.

Spaß an der Feinarbeit

Von der Beratung von Kunden, der Reparatur kaputter Brillen bis hin zum Anpassen von Sehhilfen gab es eine Reihe von typischen Tätigkeiten eines Optikers, die Noah begleitete. „Das könnte durchaus eine mögliche Ausbildung sein“, meinte er nach seinem Besuchstag. Besonders gefallen haben ihm die Feinarbeiten an den Brillen.

Bilder

Bereits ein paar Tage länger war Tabea im Optikergeschäft. „Ich mache gerade mein Schulpraktikum und habe ein paar Dinge des Berufes erleben können“, berichtete sie. „Wir sind in einem sehr vielfältigen Bereich tätig, man hat ständig Umgang mit Menschen, arbeiten aber auch handwerklich in unserer hauseigenen Werkstatt“, erklärte Chladek.

Ausbildung in der Region

Optiker sei ein klassischer Ausbildungsberuf von drei Jahren, aufgeteilt zwischen Betrieb und Schule. Der Zukunftstag sei eine Möglichkeit, Schüler für eine Ausbildung in ihrer Heimatregion zu interessieren.

Ganz ähnlich sieht es auch Michael Fleig, Betriebsleiter des Unternehmens Sinarmas Cepsa im Chemiepark Genthin. Er hatte beim Zukunftstag gleich drei junge Besucher zu Gast.

Interesse für Chemie

Leon Gauer aus der siebten Klasse der Sekundarschule Brettin hatte sich für den Zukunftstag als Chemikant entschieden, da sein Vater im Unternehmen tätig ist. „Ich wollte mal sehen, wie es hier aussieht und finde den Bereich Chemieunternehmen sehr spannend“, erläuterte er. Stefanie Flueras und Pauline Gehring kommen aus der 6. Klasse der Wilhelm-Götze-Schule Wusterwitz. „Wir interessieren uns für Chemie und sind auf dieses Angebot im Internet aufmerksam geworden“, erzählten die Mädchen.

Michael Fleig führte das Trio durch die Produktionshallen. „Derzeit wird nicht produziert, sonst wäre es hier viel lauter“, berichtete Fleig. Sinarmas Cepsa betreibt in Genthin eine Sulfieranlage. Rohstoffe zur Waschmittelherstellung und zur Herstellung von Fettalkohol- und Fettalkoholethersulfaten, die zum Beispiel in der Körperpflege zum Einsatz kommen, werden produziert. Fleig erläuterte den jungen Besuchern die Produktionsweise, auch die Sicherheitsvorkehrungen, die in einem Unternehmen dieser Art notwendig sind. Vielfältig seien die Berufsbilder im Betrieb. „Wir haben Chemikanten, Elektromeister, Schlosser bis hin zu Ingenieuren.“

Anschaulicher Unterricht

Die jungen Besucher erhielten im Labor auch anschaulichen Chemieunterricht, der zeigte, dass das schulische Wissen im Beruf durchaus von Nutzen ist. „Für uns war es ein spannender Tag, der uns gefallen hat“, meinte Pauline. Vielleicht werde sie irgendwann tatsächlich Chemikerin.