Krumke l Gundi - einerseits offen, andererseits unspontan. Ein Mann, der im Osten zu Hause war und überallhin seine Mikrowelle mitschleppte, damit er seinen Schokokaffee warmmachen konnte. Im Wald zu leben, das passte zu ihm, nicht aber die Plattenbausiedlung und die Arbeit in Hoyerswerda: „Hier braucht man nur zwei Anzüge - Arbeitsanzug und Schlafanzug.“

Die Welt – ein Garten, der ihm aus den

Die Welt war für Gerhard Gundermann ein Garten, der ihm aus den Händen fiel. Wenn er von der See sang, wie zum Beispiel bei „Kein Land in Sicht“ - „wenn der Sturm sich gelegt hat, ist er zu sehn, der Kapitän“ -, ließ er seine Poetik besonders stark durchschimmern. Er wollte gern „mal an den Strippen ziehn, das Schwert vom Himmel waschen“, hatte er doch seine Ideale in der Regierung der DDR gut aufgehoben gefühlt und wurde enttäuscht.

Gundermann konnte noch deutlicher werden, beweist das Duo mit seiner Textauswahl. Verheiratet und mit drei Kindern und drei Katzen, überraschte der Liedermacher Ehefrau Conny bei einem Konzert mit dem Lied: „Ich kann mich grad nicht erinnern, warum ich an dir hängen geblieben bin.“ Und das ist noch der schönste Teil. Im Gegensatz dazu berührt er mit seiner ganz eigenen Klarheit an anderer Stelle: „Und musst du weinen, dann liebe eine Frau, aber keine aus dem Tagebau!/ Willst du reich sein, dann liebe dir ein Kind!/ Doch lass es weich sein, wie deine Alten nie gewesen sind!“

Bilder

Heidrich und Schützler lesen aus der Biographie, kommen immer wieder auf Gundermanns Unzufriedenheit zu sprechen: „Alle gegen einen, einer gegen alle, alle auf den Beinen, einer in der Falle“. Sie erzählen, wie enttäuscht er war, lassen seine Version von „Paradiesvögel“, was er für die Gruppe Silly schrieb, erklingen. Er wusste, wenn die Winde sich drehen, dass er alle Freunde vergessen kann (Zitat) und singt: „Sie brauchen den Himmel ganz.“ In „Brunhilde“, einem starken Lied von Frieden in der Nachkriegszeit, sagt er: „Sie werden alle abgesprungen sein, die sich mal deine Freunde genannt.“

Schirme mit Texten und Autogrammen

Eine Friedensaktion mit Schirmen hatten die Gäste im Kavaliershaus sicher nicht erwartet, aber Patti Heidrich und Karsten Schützler haben ihre Geschichte zu ihrer Bühnendeko: Die Künstlerin Ute Bella Donner schenkte ihnen die Kunstwerke mit Liedtexten, die außerdem inzwischen Autogramme von Andreas Dresen und Conny Gundermann schmücken. Seitdem reisen sie mit. Sicher auch, wenn sie nächstes Jahr in Quedlinburg mit Richard Engel auftreten, der zwei Dokus (1981 und 1999) mit Gerhard Gundermann drehte.

Am Ende verabschieden sich die Künstler mit Rio Reiser und eigenen Texten: „Nimm meine Worte, denn sie meinen dich. Worte, die wie Regentropfen fallen und verhallen.“ Für Gundermann, so heißt es, war Glück, wenn die Welt ihm nah kam. - An diesem Abend hinterließ ER die Altmark mit glücklichen Gesichtern.

Die Gundermann-CD der Bibliothek ist übrigens spurlos verschwunden.