Neuenhofer Männergesangverein "Concordia" feiert drei Tage lang großes Jubiläum

150 Jahre Singen und eine Wiederauferstehung

Von Maik Schulz

Drei Tage lang feierten die Neuenhofer ihre 150 Jahre alte Gesangstradition. 1862 erblickte der Männergesangverein "Concordia" das Licht der Heide und wurde 1997 wieder erweckt. Eine stolze Geschichte war der Anlass für ein tolles Fest.

Neuenhofe l Gesangstradition schlägt Fußball. Im Fernduell mit dem zeitgleichen EM-Viertelfinalspiel Deutschland-Griechenland (4:2) gewann der Festakt zu Neuenhofe um Längen. Dicht an dicht drängten sich die Gäste im rappelvollen Festzelt.

Vereine gratulieren mit Auftritten zum Jubiläum

Auf große Geschenke wollten die Jubilare von der "Concordia" verzichten. Dafür baten sie um einen farbenfrohen Reigen mit Auftritten der Vereine aus der ganzen Gemeinde Westheide. Bis halb elf Uhr abends tanzten, ulkten und sangen die Gastgeber mit ihren Gästen und verkündeten: Es lebe der Gesang, es lebe das Vereinsleben und das kulturelle Miteinander in der Westheide. Dann lud die "Concordia" zum Tanz.

Das wollte sich selbst die versammelte Politprominenz nicht entgehen lassen. Flankiert von Landrat Hans Walker und den beiden Bundestagsabgeordneten Waltrauf Wolff und Manfred Behrens hielt Innenminister Holger Stahlknecht die Festrede und erinnerte an die Anfänge der organisierten Neuenhofer Sangestradition von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Dass Gemeindebürgermeister Hartmut Jahn mit von der Partie war, versteht sich von selbst, hatte er schon unter Manfred Kohnert in der Neuenhofer Singegruppe mitgewirkt.

Es ist kein Geheimnis, dass Singen, Geselligkeit und pralles Vereinsleben in "Ninefee" zu Hause sind. Doch die Wirren der Geschichte mit Kriegen und deren Opfern hatte auch Folgen für den Männergesangverein "Concordia", der zwischenzeitlich nicht mehr existierte. Der Funke des Gesangs glomm am Heiderand aber immer - in gemischten Chören, im Kinderchor und einer Singegruppe.

Bernd Preuße ging für den Männergesang Klinken putzen

1997 dann erfolgte die Wiederauferstehung der "Concordia". Bernd Preuße putzte Klinken im Dorf und trommelte für den Männerchor. Manfred Kohnert wollte die musikalische Leitung übernehmen, wenn genügend Sangesherren mitmachen. So kam es auch.

Unter maßgeblicher Hilfe des inzwischen verstorbenen Hein Uwe Müller gründete sich der Verein neu und hat es unter dem Vorsitzenden Falko Staufenbiel und dank des Engagements vieler Mitglieder zu prächtiger Blüte gebracht - mit einer anerkannten musikalischen Kompetenz und einem Vereinsleben mit Bestniveau.

Ausdruck dafür sind die regelmäßigen Einladungen zum Magdeburger Chortreffen. Die "Concordia"-Herren fehlen auf keinem größeren Volksfeste in Börde und Heide. Freundschaftliche Bande bestehen zu zahlreichen Chören der Region.

Acht Chöre treten mit Jubilaren beim Sängertreffen auf

Acht befreundete Ensembles sangen der "Concordia" am Sonnabend auf dem wunderschönen Festplatz am Heiderand ein Ständchen. Durch das Geburtstagsprogramm führte Elke Kühnel. Dann bat eine Live-Kapelle zum Tanz ins Festzelt. Den deftigen Abschluss machte gestern ein Frühschoppen mit den "Original Zackelberger" Blasmusikanten und den Kindern vom Volkstanzkreis Neuenhofe.