Halberstadt l Für Mark J Klak von den Boogie Pimps ist es eine Ehrensache: „Ich denke, das ist eine Verpflichtung, dabei zu sein und ein Zeichen zu setzen.“ Also legt der aus Erfurt stammende DJ ganz selbstverständlich am Sonnabend auf dem Halberstädter Domplatz auf, wenn beim Open-Air-Konzert „laut & bunt“ Künstler, aber auch Politiker und Vertreter von Initiativen für Toleranz und Weltoffenheit eintreten.

Ursprünglich vom Landes-innenministerium als Gegenpol zu Rechtsrock-Konzerten wie in Nienhagen geplant, kommt der Veranstaltung im Zeichen von Flüchtlingskrise und zunehmender Fremdenfeindlichkeit eine ganz besondere Bedeutung zu. „Es könnte ein gutes Mittel sein, Leute zu erreichen, die man sonst nicht erreicht“, sagt Stadtsprecherin Ute Huch. Auch deshalb sei die Stadt gerne dem Wunsch des Innenministeriums nachgekommen, als Veranstalter aufzutreten. Das hatte zuletzt für Irritationen gesorgt, unter anderem wegen der Kosten für das Konzert. Doch die 87 000 Euro stammen nicht aus der Stadtkasse und könnten auch nicht für kommunale Projekte verwendet werden. Die Stadt hat das Geld lediglich im Auftrag des Landes von Fördermittelgebern wie der Friedrich Christian Flick-Stiftungen entgegengenommen und für die Konzert-Organisation ausgegeben.

Während des Aufbaus und des Konzerts müssen die Anwohner mit einigen Behinderungen rechnen. Ab 16 Uhr ist der Domplatz für Fahrzeuge gesperrt. Für Anwohner gilt eine Ausnahmeregelung.

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Auftakt mit Yiriba

Los geht es am Sonnabend um 17.45 Uhr mit der afrikanischen Trommelgruppe Yiriba. Die Trommler aus Halle gestalten den ersten Teil des Open-Air-Konzertes, unterbrochen durch mehrere Gesprächsrunden. Die Radio SAW-Moderatoren Warren Green und Jan Seifert sprechen mit Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) und Susanne Krause-Hinrichs, der Geschäftsführerin der Flick-Stiftung. In einer zweiten Runde diskutiert die Landes-Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck mit Maik Reichel, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

Um 18.45 Uhr sollte eigentlich Berlin Syndrome auf der Bühne stehen. Doch die fünf Jungs haben kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt. Dafür sind nun Infant King aus Magdeburg auf dem Domplatz. Die vierköpfige Band um Frontfrau Nina Przyborowski ist seit 2012 auf den Bühnen des Landes unterwegs und begeistert mit handgemachter Musik.

Johannes Oerding steht ab 20 Uhr auf der Bühne. „Auch wenn es noch viel zu tun gibt, so bin ich doch froh, in einem so bunten und freien Land zu leben“, sagt der aus Münster stammende Sänger und Songwriter über die Gründe für sein Engagement. Das stellt er gut eineinhalb Stunden unter Beweis, ehe ab 21.30 Uhr die Boogie Pimps auflegen.