Quedlinburg l Zu DDR-Zeiten waren es heiß begehrte Raritäten: Modellbahn-Loks, die den Bastlern bei der Beschaffung langen Atem und zuweilen Beziehungen abverlangten. Um so größer war die Freude, wenn die ersehnte Lok endlich über die Anlage fuhr. Heute – 25 Jahre später – sind zwar die Wunsch-Loks meist nur noch einen Mausklick weit entfernt, dafür machen sich bei den passionierten Modellbahnern mittlerweile jedoch Nachwuchssorgen breit. Das Fehlen junger Mitglieder ist einer der Gründe, weshalb die Modellbahngruppe des Freundeskreises Selketalbahn in diesem Advent nicht zur 12. Modellbahnschau einlädt, sondern lediglich zum ersten Tag der offenen Tür. Der findet am kommenden Wochenende – 5. und 6. Dezember – jeweils von 11 bis 17 Uhr in den Vereinsräumen in der Adelheidstraße 21 in Quedlinburg statt.

Im Prinzip, räumt Vize-Vereinschef Lutz Barthel ein, hätten in diesem Jahr gleich mehrere Probleme die traditionelle Ausstellung verhindert: „Wir haben keinen entsprechenden Raum, uns fehlt ein Transporter und außerdem werden unsere Vereinsmitglieder eben nicht jünger.“ Entsprechend schwierig – oder unmöglich – sei der Transport der schweren Modellbahn-Anlagenteile zu bewerkstelligen.

Gleichwohl lassen der 66-jährige Barthel und die etwa zehn weiteren Vereinsmitglieder nichts unversucht, um für ihren Club die Werbetrommel zu rühren. „Schließlich sind wir jederzeit offen für neue Mitglieder. Zumal es ja viel schöner ist, im Kreis von Gleichgesinnten an der Anlage zu basteln als im stillen Kämmerlein“, so Barthel. Der „Internationale Tag der Modelleisenbahn“ am 2. Dezember und der große Besucherstrom, den Quedlinburg bei Advent in den Höfen stets erlebt, sind für Barthel und seine Mitstreiter optimale „Zutaten“ für die Premiere des Tags der offenen Tür.

Ansonsten seien neue Mitstreiter stets gern gesehen – entweder mittwochs zwischen 17 und 20 Uhr in der Adelheidstraße 21 oder zwecks erster Kontaktaufnahme beim Tag der offenen Tür. Dann wollen die Modellbahner zumindest zwei Anlagen zeigen, um ihre Besucher mit dem Bastlervirus zu infizieren: Die Spur-II-Gartenbahnanlage „Alexisrode“ und die H0-Anlage „Alexisbad“.

Weitere Informationen und Kontakt zu Lutz Barthel über www.selketalbahn.de