Halberstadt l Heftig steht die vielbefahrene Quedlinburger Straße in der Bürgerkritik: Nicht nur der schlechte Zustand der Straße und der stockende Verkehrsfluss, sondern auch das Fehlen eines Radweges beziehungsweise eines Fußgängerweges auf der westlichen Seite. Ab 2017 ist geplant, die B 79 zwischen dem Abzweig Otto-Spielmann-Straße und der Ampelkreuzung Rudolf-Diesel-Straße auszubauen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Landesstraßenbaubehörde und der Stadt Halberstadt.

Seit gut zehn Jahren sei das Vorhaben in der Planung, sagte Manfred Wegener, Abteilungsleiter Tiefbau der Stadtverwaltung Halberstadt, während der Tagung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstagabend. Im Zuge der Straßensanierung, für die die Landesstraßenbaubehörde zuständig ist, will die Stadt einen fehlenden Radweg bauen, den vorhandenen Gehweg sanieren und erstmalig einen neuen Fußgängerweg auf der westlichen Seite der Quedlinburger Straße anlegen.

Bypass wird gelegt

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Verkehrsentlastung der Kreuzung Quedlinburger Straße/Rudolf-Diesel-Straße. Dafür wird ein Bypass angelegt. Das Gewerbegebiet an der B 79 erhält über die Straße Im Sülzeteiche eine neue Anbindung an die Bundesstraße. Diese erfolgt über den sogenannten Wendehammer. Damit würde nicht nur der Knoten zur Rudolf-Diesel-Straße entlastet, sagt Manfred Wegener. Außerdem verschwindet mit dem Wendehammer ein Areal, wo seit Jahren illegal Müll entsorgt wird. Um den Verkehr im Gewerbegebiet flüssig weiterzuleiten, bekommt die Kreuzung Im Sülzeteiche/Am Sülzegraben laut Plan (Foto roter Kreis) einen Kreisverkehr. Die Sanierung der Quedlinburger Straße sowie die Anbindung des Gewerbegebietes an die Bundesstraße kostet die Stadt 182 000 Euro.

Stadtrat Hans-Joachim Nehrkorn (Die Linke): „Ich bin zwar für Kreisverkehre, aber ob dieser angesichts des Baus der Ortsumgehung Halberstadt/Harsleben dort Sinn macht, das bezweifele ich.“ Diese Kritik habe es auch im städtischen Finanzausschuss gegeben, berichtete Fachbereichsleiter Jens Klaus. „Gefühlt habe ich das auch so gesehen“, so Jens Klaus. Die Verkehrsplaner, also ausgewiesene Fachleute, würden dies jedoch anders sehen und für den Bau des Kreisverkehrs plädieren.

Mit einer Enthaltung gab der Stadtentwicklungsausschuss grünes Licht dafür, dass ab 2016 aus dem Stadthaushalt 40 000 Euro für Planungs- und Vermessungsleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Verzögerungen möglich

Stefan Hörold, Regionalbereichleiter West der Landesstraßenbaubehörde, bestätigt: „Wir planen ab 2017 die Sanierung der Quedlinburger Straße.“ Angesichts dessen, dass zeitgleich die Ortsumgehung Halberstadt/Harsleben gebaut wird, die die Quedlinburger Straße zwischen Harsleben und Halberstadt quert, könnte es zu einer Verzögerung kommen. Der Bau der Ortsumgehung habe Vorrang. Zwei Baustellen auf der Straße, dann wüsste man gar nicht mehr wohin mit dem Umleitungsverkehr. Daher könnte es passieren, dass der Sanierungsbeginn auf 2018 verlegt werden muss.

Seitens der Landesstraßenbaubehörde sei der Abschluss der Entwurfsplanung im Jahr 2016 vorgesehen. Im Anschluss kann die bauliche Umsetzung vorbereitet werden, d.h. Ausführungsplanung, Erstellung der Ausschreibungsunterlage, Ausschreibung der Bauleistungen. Der Baubeginn steht außerdem unter dem Vorbehalt, dass der Bund das Geld zur Verfügung stellt.

Auf insgesamt 2,1 Millionen Euro beziffert der Regionalbereichsleiter die Kosten für den Ausbau des 778 Meter langen Teilabschnitts der Quedlinburger Straße. 1,2 Millionen Euro seien in den ersten Bauabschnitt vom Heineplatz bis zur Kreuzung Oehlerstraße investiert worden.