Halberstadt l 18 der insgesamt 40 beleuchteten Eiszapfen, die in den vergangenen Wochen anheimelnde Stimmung im Breiten Weg verbreitet haben, sind weg. Der Diebstahl wurde nach den Worten von Thomas Wald, dem Betriebsleiter des Stadt- und Landschaftspflegebetriebs (Stala) am Donnerstagmorgen entdeckt, als die Illumination aus Leuchtemitter-Dioden (LED) demontiert werden sollte. „Ich bin entsetzt“, so Walds erste Reaktion. Nicht nur der skrupellose Diebstahl sei empörend. „Das Ganze bekommt vor dem Hintergrund, dass viele Bürger den Kauf dieser Beleuchtung mit Spenden überhaupt erst ermöglicht haben, noch eine besondere Tragik.“

Engagement beim Kuratorium Stadtkultur

Wald erinnert daran, dass es die Mitstreiter des Kuratoriums Stadtkultur gewesen seien, die im vorigen Jahr auf die Kritik mangelnder Beleuchtung im Breiten Weg reagiert hätten. „Es hieß immer, dass Fisch- und Holzmarkt in der Weihnachtszeit prächtig in Szene gesetzt sind, und gleich daneben im Breiten Weg trostlose Dunkelheit herrsche“, so Wald. Diesem Umstand seien die Kuratoriumsmitglieder engagiert entgegengetreten.

Sie hätten das Kunststück vollbracht, in der Bevölkerung und bei Unternehmen die nötigen Mittel für den Kauf von 40 LED-Eiszapfen und zwei Schweifsternen mit LED-Beleuchtung aufzubringen. Ein Kunststück, das gelang, weil das Ziel, den Breiten Weg insgesamt attraktiver zu gestalten, viele Halberstädter eint.

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Große Betroffenheit auch bei Rainer Schöne, Vorstandsmitglied des Kuratoriums: „Das ist furchtbar und ein Schlag ins Gesicht aller Spender.“ Nachdem im vorigen Jahr Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) mit der Bitte um Unterstützung auf die Interessengruppe zugekommen sei, habe man um Unterstützer geworben und selbige gefunden.

Bei Sammlung kommen 6500 Euro zusammen

Insgesamt seien so rund 6500 Euro zusammengekommen. Neben mehreren Großspendern – darunter die kommunale Wohnungsgesellschaft HaWoGe, die für zwei Bäume 2400 Euro gab – spendeten auch viele Privatleute im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Am Ende konnten so vier Bäume mit je zehn Zapfen und besagte zwei Sterne für insgesamt 6400 Euro finanziert werden. Und: Seitens des Kuratoriums sei zumindest bislang geplant gewesen, den kleinen Überschuss zu nutzen, um das städtische Verschönerungsprojekt zugunsten des Breiten Weges fortzusetzen.

An diesem Plan soll festgehalten werden, kündigt Kuratoriumsvorsitzender Frank Aedtner an. „Es ist ärgerlich, wenn das bürgerliche Engagement so mit Füßen getreten wird. Wir sind aber nicht dafür bekannt, uns entmutigen zu lassen. Im Gegenteil – wir haben einen langen Atem.“

Oberbürgermeister Henke ist empört

Ein Signal, das OB Henke bei aller Verärgerung erfreut registriert: „Die Nachricht hat uns wütend gemacht. Es ist nicht nur Respektlosigkeit gegenüber dem öffentlichen Eigentum, sondern eine große Missachtung der Spender und des ehrenamtlichen Engagements des Kuratoriums Stadtkultur.“

Polizei hofft auf Zeugenhinweise

Die Polizei ermittelt. Sie grenzt den Tatzeitraum auf die Nacht zum Donnerstag, 21. Januar, ein. „Wir hoffen auf mögliche Beobachtungen und bitten Zeugen, sich telefonisch unter (0 39 41) 67 41 93 zu melden“, so Polizeisprecher Thomas Springer.

Stala-Chef Wald will heute prüfen, ob die übrigen LED-Leuchtzapfen noch nutzbar sind. Er beziffert den Schaden auf 1600 Euro.

Kontakt zu Kuratoriumschef Frank Aedtner, Tel.: (0 39 41) 64 53 37. Spenden bitte auf Konto: IBAN: DE32 8105 2000 0340 1258 37