Halberstadt l Verkehrschaos in Halberstadt? Ganz so schlimm ist es zwar nicht – Verkehrsteilnehmer müssen sich seit dieser Woche jedoch auf Umleitungen, zusätzliche Baustellenampeln und damit einhergehende teilweise erhebliche Verzögerungen einstellen. Der Grund: Die stark frequentierte Bundesstraße 79, über die laut Landesstraßenbaubehörde bei einer Zählung im Jahr 2010 rund 14 250 Fahrzeuge rollten, ist dicht. Bis zum 26. Mai saniert die Deutsche Bahn ihren Bahnübergang.

Zahlreiche Umleitungen

Der Verkehr wird innerorts über die Diesel-Straße sowie über Klus- und Otto-Spielmann-Straße umgeleitet. Weil entlang der Umleitungsstraße zwei Baustellen-Ampeln installiert worden sind, muss insbesondere im Berufsverkehr mit Verzögerungen gerechnet werden. Schwere Lkw über 7,5 Tonnen werden ebenfalls in beiden Richtungen über das Gewerbegebiet Am Sülzegraben und die Osttangente zur B 81 geleitet.

Geduld ist gefragt

Dass die Nerven vieler Autofahrer in den nächsten Wochen und Monaten in Halberstadt strapaziert werden, ist auch Uwe Raugust als zuständigem Verkehrstechniker im Harzer Polizeirevier, bewusst: „Autofahrer müssen in den kommenden Monaten in Halberstadt einiges an Geduld mitbringen“, bestätigt der Polizeihauptmeister. Nicht nur wegen besagter Baustelle an der B 79, sondern auch wegen eines zweiten Bauprojektes, das sich unmittelbar anschließen soll. Von 30. Mai bis Ende November würden in einem weiteren Abschnitt in der Klusstraße Trink-, Abwasser- und Gasleitungen erneuert. „Und dann wird wiederum die jetzt gesperrte B 79 für die Klusstraße zur Umleitungsstrecke“, kündigt Uwe Raugust an.

Jene Umleitung sorgt in diesen Tagen bei manchen Autofahrern für Irritation. So übersahen einige Autofahrer stadteinwärts die großen Hinweisschilder, mit denen eindeutig auf die Vollsperrung und die beiden Umleitungsstrecken hingewiesen wird. Das sorgt vor allem im Kreuzungsbereich B 79/Dieselstraße mitunter für Probleme: Autofahrer fahren geradeaus auf die Kreuzung, erkennen dann das Sackgassen-Sperrschild und biegen dann – abrupt und ohne auf den eigentlichen Linksabbiegeverkehr zu achten – in die Diesel-Straße ab.

Bahn-Antwort steht noch aus

Von der Deutschen Bahn war bislang keine präzise Auskunft zum Projekt und zum Investitionsvolumen zu bekommen. Eine am Dienstagnachmittag gestellte schriftliche Anfrage blieb bis Mittwochnachmittag unbeantwortet.

Fakt ist: Die Bahn gestaltet den Übergang gemäß den Vorgaben des Einigungsvertrages mit bundeseinheitlicher Sicherungstechnik aus. Das umfasst den Austausch der bislang installierten Andreaskreuze mit rotem Blicklicht gegen gelb/rotes Dauerlicht. Zudem entfällt die bisherige Vollschranke – sie wird nach Angaben von Uwe Raugust durch zwei Halbschranken ersetzt. Nach seinen Worten werden die Gleise erneuert und die Straße saniert. „Mittig entsteht eine Verkehrsinsel und auf beiden Seiten kombinierte Geh-/Radwege, sodass der Übergang dann fertig saniert ist.“