Langenstein l Wenn sich am Freitagnachmittag viele Langensteiner auf einen geruhsamen Feierabend freuen, beginnen für Patricia Schneider noch ein paar Stunden Arbeit als musikalische Leiterin des Spielmannszuges.

Zwischen den Proben bleibt aber ein wenig Zeit, bei einer Tasse Kaffee über ihre ehrenamtliche Arbeit zu sprechen. „Musik gehört habe ich schon immer. Früher waren es Kassetten, dann Musiksender und 1997 habe ich selbst angefangen, Musik im Spielmannszug Langenstein zu machen“, sagt die Studentin, die die Woche über in Braunschweig wohnt.

Dazu sei sie über Annett Käsewieter gekommen, deren Vater zu den Gründern des Ensembles gehört. Patricia Schneider: „Ich wollte unbedingt auch eintreten und nachdem ich meinen Eltern damit einige Zeit unentwegt in den Ohren lag, durfte ich mitmachen.“ Nach einem Treffen mit den Gernröder Spielleuten, denen sie seither ebenfalls angehört, wurde das Interesse an der Musik verstärkt.

Talent wird nicht vererbt

Vor einigen Jahren gab es Kontakte zu einem Orchester aus Wernigerode und dort spielt sie noch Saxofon, „leider zeitbedingt nicht sonderlich regelmäßig“. „Mittlerweile habe ich mich durch verschiedene Lehrgänge dahingehend weiterentwickelt, nicht nur Noten lesen und spielen zu können, sondern auch Titel gemeinsam mit anderen schlauen Köpfen aus dem Verein für den Spielmannszug arrangieren und bearbeiten“, sagt die 29-Jährige.

Aber woher kommt die künstlerische Ader? Patricia Schneider: „Meine Familie ist nicht sonderlich musikalisch, Instrumente gab es bisher nicht. Meine Mutter kann allerdings ganz gut singen“.

Und wie wird man musikalische Leiterin eines Spielmannszuges? Es gab eine starke Umbruchphase im Langensteiner Ensemble, viele von der Stammbesetzung gingen weg. „Mit Unterstützung der Mitglieder wuchs ich nach Jahren in diese Rolle hinein“, erinnert sich die Langensteinerin. Dabei musste sie vieles lernen. Von der Motivation der Mitglieder, Umgang mit eigener schlechter Laune bis hin zum Zurückstecken der persönlichen Emotionen. Nach und nach fühlte sie sich in der Rolle wohl.

Heute kann sie sich künstlerisch ausleben und einiges ausprobieren. Dabei helfen besonders Lucas Kirste im Bereich Rhythmus sowie Anita Resech und Jennifer Eichhorn im Melodiebereich.

Musik als Augleich zum Studium

Die laufende Masterarbeit nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch. „Allerdings ist die Musik mein Ausgleich und ein Garant für gute Laune und positive Gedanken“. Deshalb behält die 29-Jährige auch in dieser stressigen Zeit ihre Leidenschaft bei. Jetzt will sie ihr Grundstudium (Grundschullehramt für Deutsch und Sachunterricht) beenden und dann eine Arbeitsstelle suchen.

Im Februar 2017 startet ihr Referendariat und damit erneut eine sehr arbeitsintensive Phase. Sie sagt: „Aber auch dort habe ich nicht vor, zurückzustecken. Wer mich kennt, der weiß sehr gut, dass die Musik und auch das Musikmachen genauso zu mir gehören wie mein Leberfleck im Gesicht.“ Der Gedanke von einem Musikstudium geht ihr aber nicht aus dem Kopf.